Zur monatlichen "Sippung" treffen sie sich an einem historisch bedeutsamen Ort: Die Mikwe, das rituelle Tauchbad der einstigen Aschbacher Synagoge, findet durch die Zusammenkünfte der "Schwertbrüder von Livland" eine ganz neue Bestimmung. Friedel Auer, Leiter des Schlüsselfelder Stadtmuseums, gehört - wie der Aschbacher Hans Schierer - dem "Orden der Schwertbrüder von Livland" an. Als "Landmeister" ist Auer "Chef" einer Handvoll Ordensbrüder in der Region Bamberg.

"Der Orden ist eine freie, unabhängige Ritterschaft. Er will die Tradition und die kulturhistorischen Werte des im Jahre 1202 gegründeten livländischen Schwertbrüderordens erhalten und fortsetzen", heißt es in der Satzung. Nein, ein Geheimbund sei der Orden keineswegs, versichert "Wilfried Graf von Auer zu Tobel", wie der Schlüsselfelder mit seinem Ordensnamen heißt. Verliehen wurde ihm der Name vom Großmeister. Doch das ist Ordensinterna - im Pass steht dieser Name nicht.

"Wir verwenden die Namen einstiger Ritter", erklärt Auer. Und nicht nur das: "Wir wollen die ritterliche Tradition weiterführen." Was für Auer so viel bedeutet wie "ritterliche Tugenden zu pflegen". So gesehen sind die Schwertbrüder ein "Gesellschaftsorden", ein eingetragener Verein, der sich humanistischen Zielen verpflichtet fühlt: aufrichtig und im ritterlichen Sinn zu leben, freundschaftliche Beziehungen zu anderen Orden zu pflegen und die soziale Verpflichtung wahrzunehmen.

Natürlich drängt sich die Frage auf, wie Auer zu den Schwertbrüdern gekommen ist. "Man wird gefragt, ob man daran Interesse hat", antwortet er. Wie jedes neue Mitglied sei er "zum Ritter geschlagen worden". Allerdings schrumpfen die Mitgliederzahlen des 1966 wiederbelebten Ordens immer mehr. Noch drei Gruppen mit 60 Ordensbrüdern gebe es innerhalb Deutschlands: In Mettmann, Tellingstedt und Bamberg. Einmal im Jahr treffen sich Ordensbrüder aus aller Welt zum Großkonvent, der in diesem Jahr auf Schloss Reichmannsdorf stattfand. Da sind dann auch die Damen mit dabei, denn ansonsten sind die Schwertbrüder ein reiner Männerorden. Mit großem Zeremoniell werde beim Großkonvent "bis zum ersten Hahnenschrei" gefeiert und getanzt.

Bescheidener gehe es bei den monatlichen Treffen zu. Einem "kleinen Zeremoniell" mit Anzünden von Kerzen folge ein Vortrag und die wichtigsten Absprachen. Gäste dürften jederzeit dabei sein, so Auer.

Hilfe bei Hospizhelfer-Ausbildung

Als "soziale Verpflichtung" ist die Spende von 700 Euro einzuordnen, die Auer in diesen Tagen dem "Hospizverein Steigerwald", zu dem auch das Gebiet der Stadt Schlüsselfeld zählt, übergab. Der Hospizverein sieht seine Aufgabe in der Sterbebegleitung und Unterstützung der Angehörigen, wie dessen Vorsitzender, der Burghaslacher Pfarrer Daniel Lischewski, erläutert. Das Geld werde in die Ausbildung der Hospizhelfer fließen. Die Kosten der Ausbildung übernehme der Verein, der auch mit der "Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung" (sapv) zusammenarbeite. Burghaslachs Bürgermeister Armin Luther (CSU/FWG) ist dankbar dafür, dass es den Hospizverein gibt. Die Spende sieht er als Anerkennung der Arbeit der ehrenamtlichen Hospizhelfer. In ihrem Namen dankte er den Schwertbrüdern.