Die Mitgliedschaft im Schulverband Baiersdorf ist in der Gemeinde Effeltrich seit langem ein höchst umstrittenes Thema: Im Frühjahr 2015 bereits hatte der Gemeinderat die Verwaltung beauftragt, Schritte zu prüfen, um aus dem Schulverband auszutreten.
Es wurde befürchtet, dass die Effeltricher Schüler, die die Mittelschule in Baiersdorf besuchen, auf Erlanger Schulen verteilt würden, falls Baiersdorf bestimmte gewählte Fächer nicht anbieten könnte.
Auch die Höhe der zu zahlenden Schulverbandsumlage war ein Ärgernis: Je nach der Zahl der Effeltricher Schüler, die die Baiersdorf Schule besuchten, hatte die Gemeinde 4000 bis 4500 Euro pro Kopf und Jahr zu entrichten. Inzwischen hat sich jedoch gezeigt, dass die Befürchtungen bezüglich der Verteilung der Effeltricher Kinder auf Erlanger Schulen unbegründet waren.


3500 Euro pro Kopf

Dank der Anstrengungen und des Verhandlungsgeschicks der Bürgermeister von Effeltrich und Poxdorf konnte zudem eine Reduzierung der Miete für Schule und Turnhalle in Baiersdorf erreicht werden, so dass die Schulverbandsumlage für Effeltrich zurzeit bei etwa 3500 Euro pro Kopf und Jahr liegt.
In Bezug auf den gewünschten Austritt der Gemeinde aus dem Schulverband haben Beratungen mit verschiedenen Rechtsanwälten sowie mit der Kommunalaufsicht des Landratsamtes Forchheim ergeben, dass ein Austritt gar nicht möglich ist. Eine Normenkontrollklage vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof gegen die Verordnung zur Bildung des Schulverbandes wäre nur innerhalb eines Jahres nach Bekanntgabe der Rechtsvorschrift möglich gewesen.
Diese Frist ist längst abgelaufen. Falls die Gemeinde Effeltrich weiterhin daran festhält, aus dem Schulverband auszutreten, bleibt ihr nur der Weg der Popularklage beim Bayerischen Verfassungsgerichtshof. Dieser hätte dann zu prüfen, ob im vorliegenden Fall eine Grundrechtsverletzung vorliegt. Als Alternative zu diesem kostspieligen Vorgehen mit ungewissem Ausgang schlug Bürgermeisterin Kathrin Heimann (DEL) den Räten weitere Verhandlungen mit den Vertretern der Eigentümergemeinschaft im Schulverband vor.


Gestiegener Wert

Baiersdorf, Möhrendorf und Bubenreuth als Eigentümer der Mittelschule haben den anderen Schulverbandsmitgliedern Effeltrich, Poxdorf, Langensendelbach und Marloffstein die Miteigentümerschaft angeboten.
In den letzten 30 Jahren ist der Wert des Schulgrundstücks enorm gestiegen; außerdem ist abzusehen, dass die Mittelschule in den nächsten Jahren umfassend saniert werden muss, so dass für die Eigentümer weitere Kosten anfallen werden. Deshalb strebt Kathrin Heimann einen Erbpachtvertrag an: Die Eigentümerschaft würde sich nur auf das Gebäude, nicht aber auf das Grundstück beziehen.
Die Sanierungskosten will sie durch Sachverständige abschätzen lassen und in die Vertragsverhandlungen einbeziehen. Das gilt auch für die Frage, welche Rückzahlungen die Grundstückseigentümer bei einer eventuellen Auflösung des Schulverbandes an die Pächter leisten müssten.
Trotz ihrer Vorbehalte gegen den Schulverband signalisierten die Räte ihr Einverständnis damit, dass Heimann in der nächsten Schulverbandssitzung die Verhandlungen über eine Miteigentümerschaft per Erbvertrag vorantreibt.