Josef Hofbauer Mit dem Digitalpakt Schule wollen Bund und Länder für eine bessere Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik sorgen. Hier seien die Schulen im Landkreis Forchheim bereits spitze, bestätigte Kreisrat Reinhold Otzelberger (parteilos) bei der jüngsten Sitzung des Kreis-Bauausschusses. Er fand: "Andere Landkreise wäre gerne da, wo wir bereits sind." Zuvor hatte Martin Ha endl vom Bildungsbüro des Landkreises einen Sachstandsbericht zum Digitalisierungskonzept der Landkreisschulen gegeben.

Dank der 2016 bereits von der damaligen Bildungsministerin Johanna Wanka (CDU) angekündigten fünf Milliarden, die der Bund für digitale Bildung bundesweit zur Verfügung stellen will, könnten Investitionen in die Digitalisierung von Klassenzimmern rückwirkend bis 1. März 2018 bezuschusst werden.

391 digitale Klassenzimmer

Im Prinzip geht es dabei um Lehrer-Computer und digitale Geräte für Schüler, Dokumentenkameras und interaktive Tafeln. Haendl listete für die drei Gymnasien, die drei Realschulen, die Fachoberschule, die Staatliche Berufsschule, sowie die Berufsfachschulen Ernährung und Versorgung sowie Kinderpflege 1388 Notebooks, 245 interaktive Tafeln, 388 Beamer und 329 Dokumentenkameras auf. Insgesamt gebe es bereits 391 "digitale Klassenzimmer".

Im vergangenen Dezember habe der Freistaat dem Landkreis für die Digitalisierung von Klassenzimmern einen Betrag von 547 363 Euro zur Verfügung gestellt. "Digitalisierung ist sowohl Gegenstand von Bildung als auch ein Werkzeug im Bildungsprozess", unterstrich Ha endl. Das Zusammenspiel von Maschinen und IT-Technologie halte Einzug in die gesamte berufliche Welt. Deshalb müssten Klassenzimmer und Fachräume mit experimentellen Einrichtungen, Maschinen oder Geräten ausgestattet sein.

112 000 Euro für Robotik

Für die Ausstattung mit Robotik habe der Freistaat dem Landkreis Forchheim weitere 112 500 Euro zur Verfügung gestellt. Diesen Betrag habe der Landkreis als Co-Finanzierung noch einmal draufgelegt.

Neben der Software-Ausstattung dürfe aber vor allem die Hardware nicht vernachlässigt werden, fand Haendl. Es gehe um den Aufbau von Strukturen, um ein stabiles, leistungsfähiges Netzwerk. Das müsse die Voraussetzung für ein zeitgemäßes digitales Angebot sein. Hinzu komme: Die Lehrer müssten gut qualifiziert sein, um digitale Medien selbst nutzen und digitale Kompetenzen vermitteln zu können.

Bislang, so Haendl, hätten Pädagogen für die Sicherheit der Internet-Zugänge gesorgt. Hier müsse eine Stelle für die Systembetreuung geschaffen werden. "Wir müssen Geld in die Hand nehmen, um den operativen und organisatorischen Umgang mit digitalen Medien realisieren zu können", informierte Haendl.

Dem stimmte Kreisrat Edwin Dippacher (CSU) uneingeschränkt zu. "Wir brauchen Fachkräfte an den Schulen", forderte Dippacher, der darauf verwies, dass angesichts der Vielzahl digitaler Medien ein entsprechender Reparaturservice gewährleistet sein müsse. Hier biete sich die Kooperation mit Firmen aus der freien Wirtschaft an, denn die seien stets auf dem aktuellsten Stand. Dippacher hoffte daher, dass auch Personalleistungs-Konzepte bezuschusst werden.

Betreuer für die Ausstattung

Kollege Reinhold Otzelberger (parteilos) erinnerte, dass die Grundausstattung eines digitalen Klassenzimmers auf rund 7500 Euro zu veranschlagen sei. "Ohne Elektrik, ohne Server und ohne Firewall", so Otzelberger. Da komme pro Schüler schon einiges zusammen. Deshalb sei es wichtig, sich über die Betreuung dieser Ausstattung Gedanken zu machen.

Kreisrat Matthias Striebich (Die Grünen) mahnte, dass bei aller Begeisterung für digitale Medien die reale Auseinandersetzung mit der Natur nicht zu kurz kommen dürfe. Hier beruhigte Martin Haendl: "Technik muss dem Menschen dienen - nicht umgekehrt und auch nicht gleichgestellt. Wenn Technik dem Menschen seine Freiheit und Verantwortung nimmt, werden Menschen zu Maschinen", zitierte er den Erziehungswissenschaftler der Uni Augsburg, Klaus Zierer.