Begleitet vom Rückenwind der sportlichen Herausforderung wurde Naturwissenschaft zum Faszinosum bei einer Mint-Rallye der Staffelsteiner Viktor-von-Scheffel-Realschule. 79 Schüler der fünften Jahrgangsstufe stellten sich dabei interessanten Aufgaben, die nicht die Anwendung erlernten Wissens erforderten, sondern auch Fähigkeiten wie logisches Denken, Vorstellungsvermögen und Teamgeist.
Mit lustigen Namen wie "Schlümpfe" oder "The Gamer" versehen machten sich die in Zweier- oder Dreiergruppen aufgeteilten Fünftklässler an die gestellten Aufgaben. "Viel Spaß und viel Erfolg", gab Mario Fehn bei der Verteilung der Laufzettel zur Mint-Rallye den Schülern nach der Erklärung des Ablaufs mit auf den Weg. Der Ausdruck "Mint", zusammengesetzt aus den Anfangsbuchstaben der Begriffe Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik, wird mitunter zusammenfassend für entsprechende Unterrichtsfächer oder Berufe bezeichnet und war namensgebend für die erstmals stattfindende Aktion der Viktor-von-Scheffel-Realschule.
"Das ist ja ein cooles Spiel", meinte ein Schüler begeistert, als er mit seinem Team ein Puzzle der verzwickten Art zu bewältigen hatte. Hier galt es, innerhalb von fünf Minuten eine Reihe von Sechsecken zu einem Stern zusammenzusetzen. Die Krux lag darin, dass die sechsfarbigen Teile exakt zusammenpassen mussten und es nur eine einzige richtige Lösungsvariante gab.
"Tut mir leid, die Zeit ist um. Aber ärgert euch nicht, Ihr habt schließlich euer Bestes geben", meinte die diese Station betreuende Lehrkraft Christine Huber tröstend zu einem Schülertrio, dem die Aufgabe nicht in der gestellten Zeit gelang. Umso größer war andererseits der Jubel bei den Teams, die es schafften.


Ehrgeiz und Neugier geweckt

Praktische Veranschaulichung ist nun einmal farbiger als jedes noch so interessant aufbereitete Schulbuch, darüber gibt es keine zwei Meinungen. Vor diesem Hintergrund "würzt" die Viktor-von-Scheffel-Realschule das Schulleben mit Aktionen . Der aus den Gesichtern der Fünftklässler zu lesende Ehrgeiz und die unverkennbar geweckte Neugier an naturwissenschaftlichen Zusammenhängen und Fragestellungen waren ein Indiz, wie gut die Mint-Rallye bei den Schülern ankam.
An den anderen Stationen des naturwissenschaftlichen Parcours galt es beispielsweise die Reibung von Gegenständen an einer aufgebauten "schiefen Ebene" richtig einzuschätzen oder einen Magneten mittels eines zweiten über ein Brett hinweg zu bewegen. Fiel der bewegte Magnet vom Brett, mussten die Schüler mit der Aufgabe wieder von vorn beginnen. Die Sinne beansprucht wurden im Biologiesaal: Mit verbundenen Augen gestaltete sich es alles andere als einfach, die Gegenstände in einer "Fühlkiste" zu erraten. Ebenfalls nicht geschenkt wurde den Teilnehmern der erzielbare Punkt beim Gehör-Memory.
Zuordnung von Laborgegenständen im Chemiesaal, der Bau vierfarbiger Legotürme in allen - genau 24 - möglichen Farbkombinationen oder das Sortieren von Stromstärken etwa von Handyladegerät oder Haarfön bildeten weitere Aufgaben der Rallye. Letztgenannte, in Form eines PC-Programms umgesetzte Herausforderung wurde in Anlehnung an eine Aufgabenstellung der Fernsehsendung "Schlag den Raab" entwickelt, erklärte hierzu Lehrer Burkhard Denninger.


Spannung bis zum letzten Tag

"Man hat gesehen, mit wie viel Eifer ihr bei der Sache wart", fand Mario Fehn zum Abschluss der Aktion lobende Worte für die teilnehmenden Fünftklässler. Wie bereits erwähnt, wurde der Mint-Tag auch sportlich verpackt: Für die erfolgreich bewältigten Aufgaben erhielten die Teams Punkte, die dann am Ende addiert wurden. Welche Schüler besonders erfolgreich waren, verriet Fehn allerdings noch nicht. So ist am letzten Schultag, also am Freitag nächster Woche, für Spannung gesorgt. Dann nämlich werden die besten Teams im Rahmen einer Siegerehrung gekürt und bekommen als Anerkennung Gutscheine.
Doch auch den übrigen Schülern werden dann Urkunden überreicht. Überhaupt gibt es hier keine Verlierer, ganz im Gegenteil. Schüler wie Lehrer profitieren gleichermaßen. Der Mehraufwand, den die Mint-Rallye in Vorbereitung um Umsetzung bedeutete, hatte sich am Ende wirklich gelohnt. Mario Fehn versäumt es nicht, am Ende den an der Mint-Rallye mitwirkenden Lehrkräften zu danken. Neben den bereits genannten waren dies Michael Blinzler, Tina Kellermann, Carolin Leikeim, Sandra Hollmach und Martina Eichhorn.