JOsef Hofbauer

Bei dem Vorfall sei vieles aufgebauscht worden, rückt Rektorin Cordula Haderlein zurecht. Ihr habe nicht das Blut in den Adern gestockt, wie das im Internet zu lesen stand. Aber: "Wir haben klar gemacht, dass Waffen an der Schule nichts zu suchen haben", unterstreicht die Schulleiterin.


Gastschüler präsentiert Waffen

Den Vorfall schildert sie so: Als am Montag die Schüler zwischen elf und zwölf Uhr von der Turnhalle zurück in die Klassenzimmer gingen, sei eine Gruppe stehen geblieben, weil ein Junge seine Jacke anziehen wollte. Diesen Moment nutzte der 16-jährige Gastschüler, um seine Tasche zu öffnen und den Mitschülern seine mitgebrachten Waffen zu präsentieren.
Ein Schüler habe daraufhin die Schulleitung informiert. "Mein Konrektor und ich sind daraufhin sofort zu dem Schüler gegangen und haben uns die Waffen aushändigen lassen", berichtet Cornelia Haderlein.
Da sei nichts Spektakuläres dran gewesen. Der Schüler habe die Waffen, die in Lederschäften steckten problemlos und freiwillig herausgegeben. "Die Waffen waren zwar nicht ,putzig', aber da gab es keine bedrohliche Situation und der Schüler ist auch nicht irgendwie ausfällig geworden", stellt die Schulleiterin klar. Die alarmierte Polizei, die mit einem Streifenwagen an die Schule ausgerückt war, stellte fest, dass es sich um so genannte Deko-Waffen handelte, die der Schülervöllig legal besitzen darf. Nur in der Schule hätten sie nichts verloren. Die von der Schulleitung im Sekretariat deponierten Waffen wurden der Mutter des Schüler ausgehändigt.
Während im Polizeibericht von einem Verstoß gegen das Waffengesetz die Rede war, versichert Cornelia Haderlein, es handle sich lediglich um eine Ordnungswidrigkeit. Der Schüler wurde als "Poser", als Angeber eingestuft.


Der Schule verwiesen

Allerdings hat sein Verhalten für ihn gravierende Folgen. Er stammt von einer Schule aus dem Landkreis und war aufgenommen worden, um hier den Qualifizierenden Abschluss nachzumachen. "Er ist nicht mehr an unserer Schule", betont die Rektorin. Jetzt könne er sich nur noch als externer Schüler den Prüfungsaufgaben stellen. Die Schulleiterin unterstreicht auch, dass es sich um keinen Schüler mit Migrationshintergrund gehandelt habe. An der Schule werde der Vorfall selbstverständlich im Unterricht thematisiert. Für den betroffenen Schüler seien die Konsequenzen zwar hart, meint die Schulleiterin, doch habe das konsequente Verhalten der Schulleitung den Schülern des eigenen Schulsprengels gezeigt, was an der Schule geht, und was nicht geht.