Was Arno Wielgoss aus Nüdlingen für und mit Kakaobauern in Peru geleistet hat, würden die meisten Menschen definitiv als Heldentat bezeichnen. Doch allein lässt sich die Welt nur schwer retten. Über eine Crowdfunding-Aktion suchte der 35-Jährige finanzielle Mittäter - und fand sie.
621 sogenannte "Schokohelden" spendeten innerhalb von sechs Wochen 51 151 Euro via Internet für die Kampagne von Wielgoss und seiner Kollegin Frauke Fischer. Mit ihrer Firma Perú Puro, die aus dem gemeinnützigen Verein "Frederic - Hilfe für Peru" hervorging, wollen die beiden aus fair gehandeltem Bio-Kakao Schokolade produzieren. "Chuncho Gold" soll diese heißen und "die nachhaltigste und direkteste Schokolade der Welt" werden.
Der Haken an der Sache war folgender: Die Mindestmenge für die Produktion von Schokolade auf der entsprechenden Profianlage beträgt eine Tonne. Weil Wielgoss und Fischer aber wie die Jahre zuvor auch wieder den peruanischen Bauern ihre Kakao-Ernte vorfinanzieren und so viel Kakao wie möglich abkaufen wollten, konnten sie die Schokoladenproduktion nicht allein bezahlen. Statt auf einen Bankkredit setzten sie auf die "Schoko-Crowd" und das Crowdfunding - und wurden nicht enttäuscht.
Mehr als doppelt so viel Geld wie eigentlich benötigt - das ursprüngliche Fundingziel lag bei 25 000 Euro - kamen zusammen. Ein Glücksfall: Schließlich könne nun viel mehr Schokolade als geplant produziert werden. Die nötige Kakao-Menge ist jedenfalls vorhanden.
Ines Renninger