Dass die Dorferneuerung das Aussehen und den Anblick von Kottenbrunn äußerst positiv verändert hat, davon konnten sich am Sonntag viele Gäste überzeugen.

Begonnen wurde der Festtag zum offiziellen Abschluss der Dorferneuerung mit einem von Pfarrer Dieter Grimm gehaltenen Gottesdienst, den der Posaunenchor Köslau-Dörflis mitgestaltete. Der Geistliche stellte seine Predigt unter das Thema "Brunnen", in der er von Gesprächen um einen Brunnen erzählte. Der Geistliche segnete den neuen Dorfbrunnen im Ort.

Im Wandel

Bürgermeister Claus Bittenbrünn (FW) machte sich Gedanken über den Wandel der Zeit in der Dorfentwicklung mit Blick auf Kottenbrunn: "Unsere schnelllebige Zeit macht auch vor einem idyllischen Dorf nicht Halt. Gerade der ländliche Raum hat in den vergangenen Jahrzehnten erfahren, wie schnell und gravierend sich Wirtschafts- und Sozialstrukturen wandeln können. Dieser Herausforderung haben wir uns gestellt. Die Dorfbewohner sind längst nicht mehr alle, zum Teil sogar nicht einmal mehrheitlich in der Landwirtschaft tätig. Während es früher die Landbewohner in die Städte zog, ziehen heutzutage wieder Städter aufs Land, um hier ruhiger, preisgünstiger und vor allem wesentlich nachhaltiger und in einer kinderfreundlichen Umgebung zu wohnen."

Für ihn folgt daraus, dass Orte im ländlichen Raum neue Angebote brauchen, um attraktiv für Bewohner und Investoren zu bleiben. "Um im Wettbewerb zwischen den Dörfern zu bestehen und um dem demografischen Wandel mit dem Rückgang der Bevölkerungszahlen zu begegnen, muss ein Ort in die Dorferneuerung investieren."

Das Fazit für ihn: "Für Kottenbrunn und die Stadt Königsberg war es die beste Lösung, eine Dorferneuerung im Rahmen des landesweiten Programms durch das Amt für ländliche Entwicklung durchzuführen".

Das wurde umgesetzt

Und bei der Dorferneuerung wurde einiges umgesetzt: Im Dorf wurden das Rathaus, das ehemalige Brauhaus und der Kinderspielplatz neu gestaltet. Zum Abschluss der Dorferneuerung wurde 2019 der Dorfplatz neu gestaltet und der Feuerlöschteich naturnah umgebaut sowie der historische Dorfbrunnen reaktiviert.

Auch für den Naturschutz wurde etwas getan. So wurden rund 1,7 Hektar als Obstbaumstreifen und Heckenstreifen in der Feldflur und zur Ortseingrünung angelegt.

Mitwirkung der Bürger

Der wichtigste Faktor für Bittenbrünn bei der Umsetzung der Dorferneuerung in Kottenbrunn war dabei die Mitwirkung der Bürger: "Nur wenn die Bürgerinnen und Bürger das Projekt akzeptieren und mittragen, kann es gelingen. Die Dorferneuerung, die wir heute feiern, ist deshalb Ihr Werk."

Sein besonderer Dank galt in diesem Zusammenhang Ortssprecher Hermann Stubenrauch, der "sich beispiellos in die Sache eingebracht und sich für Kottenbrunn große Verdienste erworben hat." Er vergaß aber nicht den Projektleiter Raimund Wendel (Amt für ländliche Entwickung), "der diese Dorferneuerung mit viel Enthusiasmus und Engagement mit Herz durchgeführt hat." Schmunzelnd fügte er an: "Ich glaube, er hat diesen Ort liebgewonnen und überlegt, seinen Lebensabend in Kottenbrunn zu verbringen."

Lob aus der Politik

Stellvertretender Landrat Oskar Ebert ging auf die Bedeutung einer Dorferneuerung ein. Für ihn ist der wichtigste Erfolg die Tatsache, dass sich die Menschen bei einer Dorferneuerung zusammensetzen und sich gemeinsam Gedanken machen, wie sich ihr Dorf weiter entwickeln soll. Er teilte zudem mit, dass es im Landkreis zurzeit 108 abgeschlossene Verfahren gebe, und 34 liefen noch.

Landtagsabgeordneter Steffen Vogel sieht das Geld des Staates in der Dorferneuerung gut investiert. "Der Staat lässt kleine Orte nicht im Stich", so seine Aussage.

Ortssprecher Stubenrauch schilderte die Bedeutung und Nutzung des Ortsbrunnens, dessen Quelle ein gewisser Kotto mitten im Wald entdeckt, gefasst und nutzbar gemacht hat, und die bereits 1840 katastermäßig erfasst worden ist und 1977 im Rahmen des Anschlusses an die Fernwasserleitung der Veitensteingruppe aufgelassen wurde.

Zum Schluss hatte Stubenrauch noch eine Überraschung parat. Er präsentierte das von Kreisheimatpfleger Günter Lipp entworfene neue Dorfwappen für Kottenbrunn, das als zentrales Bild einen Brunnen zeigt.

Unterhaltung

Nach dem Gottesdienst, schloss sich das Dorffest an, bei dem sich alle Kottenbrunner viel Mühe gaben, die Gäste mit kulinarischen fränkischen Genüssen und passenden Getränken zu versorgen. Die Gäste hatten dazu vor allem auf dem neuen Dorfplatz, rund um den neuen Dorfbrunnen, Platz genommen. Auch der wieder funktionierende Pumpbrunnen wurde ausprobiert. Das Dorf hat eine neue Mitte.