Zur geplanten Baumfällung "Am Graben" in Höchstadt nehmen Helmut König, Vorsitzender des BN-Kreisverbands, der Ortssprecher des BN Höchstadt, Christoph Reuß, und der Höchstadter Biologe Hans Krautblatter Stellung. Am Parkplatz "Am Graben" sollen die vier Kastanien gefällt und sechs Tulpenbäume neu gepflanzt werden.
"Im Interesse einer attraktiven, gut strukturierten Stadt versucht man in Höchstadt seit Jahren, den Grüngürtel vom Engelgarten über den Kellerberg bis zum Weingartsgraben zu vervollständigen bzw. in gutem Zustand zu erhalten", heißt es darin. Das sei auch ein wesentliches Anliegen von Kellerberg- und Heimatverein.
Die Neugestaltung "Am Graben" habe vor Jahren einen wertvollen Beitrag geliefert, um eine Lücke in der vergleichsweise baumarmen Altstadt zu schließen.
Die vier Platanen, die den Parkplatz strukturieren, und die vier Kastanien um den Springbrunnen sind in der Zwischenzeit zu haushohen Bäumen mit mächtigen Kronen herangewachsen, die die Funktion einer "grünen Lunge" in der Stadt bestens erfüllen können. Denke man an den zurückliegenden Sommer, dann sei ein weiterer Effekt nicht hoch genug einzuschätzen: der wohltuende, kühle Schatten, den diese Bäume spenden.


Altbestand pflegen

Anstatt, wie bisher, vor allem am Kellerberg, eine behutsame Pflege des Altbestandes zu betreiben mit der Entnahme dürrer Äste oder absterbender Bäume, würden nun vitale, leistungsstarke Bäume eliminiert.


Integrieren statt Kahlschlag

Da dränge sich die Frage auf, ob ein talentierter, zukunftsorientierter Planer nicht in der Lage sei, in der weitläufigen Anlage das wertvolle Kapital der vier großen Kastanienbäume geschickt zu integrieren, anstatt einen Kahlschlag zu fordern. Von Seiten des Bauingenieurs sei es durchaus möglich, die Kastanien stehen zu lassen, von der technischen Seite spreche nichts dagegen, wie der FT berichtete.
Der Tulpenbaum sei ein schnell wachsender Riese, der in seiner Heimat, der östlichen USA, bis 60 Meter hoch wird, und am ehesten für große Parks geeignet sei, heißt es in der Stellungnahme.
Dem gegenüber sei die Kastanie seit Jahrhunderten ein beliebter Zierbaum in Alleen und auf Plätzen und gerade in grünen Musterstädten gut vertreten.


Besonders schlank

Die für die Pflanzung vorgesehene Zuchtform des Tulpenbaums gelte als besonders schlank. Dadurch werde sie der Vorstellung des Architekten von einem "offenen Platz" entgegenkommen, dem Wunsch der Bürger nach wohltuendem, kühlen Schatten an heißen Sommertagen diametral entgegenstehen.
"So wird der Wunsch des Planers, der Platz möge ein Aufenthaltsbereich für den Bürger werden, eine Illusion bleiben", sind sich die drei Naturschützer sicher. red