Michael Busch Spaziergänger schütteln den Kopf. "Kaum zu glauben", meint der ältere Herr, der nach eigenem Bekunden "jeden zweiten Tag hier vorbeilaufe". Er spricht vom "Kleinen Bischofsweiher" der nördlich des bekannteren Dechsendorfer Weihers (Großer Bischofsweiher) liegt. Für ihn kaum zu glauben ist, dass die dortige Fischerhütte Ziel von Schmierfinken wurde, die das Gebäude auf drei Seiten verunstalteten. Buchstaben, Zahlen, Strichmännchen finden sich auf dem Gebäude der Bischofsweihergemeinschaft.

Auf der Facebookseite "Mein Dechsendorf" schreibt Sabine Leipold: "In den letzten zwei Wochen wurde die Fischerhütte am kleinen Bischofsweiher in Dechsendorf verunstaltet." Ihr Mann, Roland Leipold, ist zurzeit mit Philipp Mayd zuständig für die Weiher. "Der Dechsendorfer Weiher ist an die Stadt verpachtet, den Kleinen fischen wir selber ab." Eigentlich ist er in der Gemeinschaft, um im Nebenerwerb Karpfen zu fangen und diese zu vermarkten.

Orangener Farbklecks

"Mich ärgert einfach, dass dieser Platz so verschandelt wird, die Atmosphäre zerstört wird", moniert er bei den vermeintlichen "Graffitikunstwerken". Er hofft auf Zeugen, die etwas bemerkt haben. "Die Chance ist da", erklärt er. Ein Teil der Bilder sei bereits älter, doch auf der Frontseite ist ein neuer oranger Farbklecks entstanden.

"Offensichtlich wurde der oder die Sprayer bei ihrer Arbeit gestört", denn das Werk sei unvollendet. Eine Spraydose wurde gefunden und zur möglichen Tatzeit ein Auto beobachtet, das den Feldweg entlang raste. Daher sieht Leipold die Chance, dass es vielleicht doch Zeugen geben könnte. Bei der Polizei hat er die Tat bereits angezeigt. Gesprayt wurde wohl in der Nacht von Freitag auf Samstag in der vergangenen Woche.

Doch die Schmierereien seien noch nicht alles: "Des Weiteren wurde auch ein Lagerfeuer am Weiherdamm geschürt!" Völliges Unverständnis bei den Mitgliedern, denn der Kleine Bischofsweiher und die nördlichen Uferzonen des Großen Bischofsweiher sind als Europäisches Vogelschutzgebiet Aischgrund an die EU-Kommission gemeldet. Seltenes Brüter, seltenes Insekten, ein hochsensibler Naturraum.

Außerdem: Zusammen mit dem Großen Bischofsweiher sind die südlich und westlich angrenzenden Landschaftsräume als Landschaftsschutzgebiet Dechsendorfer Weihergebiet mit einer Größe von 170 Hektar ausgewiesen.

Suche nach den Tätern

Die Weihergemeinschaft selber engagiert sich gerade in der Natur für die Naturfreunde. Gegenüber der Fischerhütte haben die Teichwirte einen Platz angelegt, der zum Verweilen einlädt. Ein überdachter Tisch mit Bänken, ein schön angelegter Hain. Schilder weisen auf diese Oase hin und bitten: "Lasset uns beim Alten so es gut ist halten und uns auf dem alten Grund neues wirken jede Stund!"

Die Weihergemeinschaft Dechsendorf wäre über jeden Hinweis, der zur Aufklärung führt, sehr dankbar, teilen sie mit und ergänzen: "Möge doch unser schöner Platz am Weiher erhalten bleiben ! Bitte helft mit und haltet die Augen offen!"