"Fast zu Fürth" sind schlimme Worte mit schöner Musik. Frontmann Matthias Egersdörfer spricht, schreit und tobt es aus sich heraus. Alles, was er sich verkneifen musste, als er sich in der Blüte seiner Manneskraft befand. Seine nie überwundene Pubertätsromanik, seine heiße Mutterliebe, seine schlechten Manieren, seinen Hang zum groben Fehlverhalten auch gegenüber dem Publikum - den Rock 'n' Roll seines inneren Schweinehunds und was sonst an Entgleisungen auf dem XY-Gen programmiert ist.

Seit es diese Musikgruppe gibt, steht der Komiker Matthias Egersdörfer in der Mitte von "Fast zu Fürth". Dieser hocheloquente Meister der gemischten Laune spricht weise, singt wie eine Nachtigall und tanzt einer Elfe gleich. Wie ein Vulkan ruht er in "Fast zu Fürth" und manch edle Frucht reift an den Hängen, die von der Asche seiner Ausbrüche bestens gedüngt werden. Das zumindest verspricht der Verein "Spielraum Kultur" Hemhofen-Röttenbach, auf dessen Einladung "Fast zu Fürth" am Freitag, 5. April, um 20 Uhr in der Lohmühlhalle in Röttenbach gastiert.

Links und rechts von Egersdörfer tobt, gemessenen Schrittes, das Herrenensemble mit den zeitlosen Frisuren. Der listig einsilbige Lothar, der das Spiel auf der Quetschkommode noch vor dem Sprechen erlernte und schon in manchem Festzelt spielte, bis die Polizei kommen musste. Niemand kann einen Akkordwechsel dergestalt virtuos unwidersprochen aussitzen wie L. "Astor" Gröschel.

Smul Meier, der Sonnenschein von "Fast zu Fürth", kam im Inneren einer Wandergitarre den Fluss herab geschwommen, und seit er ans Ufer stieg, bespielte er Tausende Straßenkilometer und Hunderte verschiedenster Plätze mit seinen Liedern. Sein sonniges Gemüt ist den anderen Mitgliedern von "Fast zu Fürth" ein wenig unangenehm, außerdem spricht er "Hochdeutsch".

Tilo Heider überlegt dreimal, bevor er ein Wort ausspricht oder eine Silbe singt. Manchmal und gerne schweigt er wie eine schlafende Amsel. Er kann trommeln, dass es klingt wie ein leichter Frühlingsregen, und im nächsten Moment haut er rein als hätte er Tollwut. Manchmal spielt er ein Instrument, von dem niemand den Namen kennt. Und so schnell schaust du nicht, hat er eine Maultrommel im Mund.

Zwischen Scheitern und Siegen

Robert Stefan ist ein Faun aus dem Fichtelgebirge, der mindestens so viele Instrumente bespielt wie sein Name Buchstaben hat. Er ist der Gärtner in den verwunschenen musikalischen Gärten von "Fast zu Fürth". Seine luzide Musikalität machte schon aus mancher harmonischen Stinkblume ein bezauberndes Früchtchen. Dieser Mann hat keine Angst.

Die Musik von "Fast zu Fürth" lustwandelt zwischen Volksmusik und Gassenhauer, Pop und einer Art von Rock 'n' Roll, Rezitativ und Menuett, auf dem schmalen Grat zwischen Scheitern und Siegen. Die Texte werfen mit Fragen, lassen Antworten erscheinen oder sind manchmal nur ein einzelner Buchstabe. "Fast zu Fürth" hat einen Humor von gewaltiger Ausdehnung. "Fast zu Fürth" verkörpert hysterisches Phlegma und das Erstaunen auch über die winzigsten Dinge. Ein Konzert von "Fast zu Fürth" ist ein guter Ort, um über Hochzeitspläne, Kinderwünsche, Freundschaften, größere Investitionen oder die Erbfolge nachzudenken.

Karten zum Preis von 20 Euro (ermäßigt 18 Euro) gibt es unter anderem in der Schloss-Apotheke Hemhofen, in der St.-Mauritius-Apotheke Röttenbach, bei Bücher-Schmidt in Adelsdorf, bei "Casa lana" in Erlangen oder online unter www.frankentipps.de. red