Über 300 Besucher erlebten am Sonntagabend bei der "Heiligen Nacht" von Ludwig Thoma ein wunderschönes Konzert in der altehrwürdigen Heilig-Geist-Kirche zu Grafengehaig.

Zu der Weihnachtslegende in bayerischer Sprache, die Stefan Schneider las, hatte die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde eingeladen. Pfarrerin Heidrun Hemme und Vertrauensmann Volker Kirschenlohr freuten sich sichtlich über die sehr gute Resonanz.

Nach dem Lukas-Evangelium

Die "Heilige Nacht" gehört zu den schönsten und bekanntesten Werken Ludwig Thomas. In vierzeiligen gereimten Strophen erzählt der große Dichter Bayerns in Mundart die Weihnachtsgeschichte nach dem Lukas-Evangelium. Maria und Josef ziehen von Nazareth nach Bethlehem, wo der Heiland geboren wird. Das biblische Geschehen hat Thoma in die tiefverschneite oberbayerische Landschaft verlegt und die biblische Welt in eine bayerische Dorfwelt umgedeutet. Hier begegnen einem Reiche, deren Herzen verstockt sind, aber auch einfache und arme Leute, die Gutes tun und das Wunder der heiligen Stunde begreifen.

Seit dem Erscheinen dieser Weihnachtslegende 1916 sind über 100 Jahre vergangen, doch der schlichte Ton und die Innigkeit der Erzählung - nicht zu verwechseln mit Rührseligkeit - sprechen Leser und Hörer bis heute an.

Rundum gelungen

Stefan Schneider las in seiner bayerischen Muttersprache, der Männergesangverein "Concordia" Grafengehaig um Dirigent Harald Dietzel trug alpenländische Lieder und Weisen vor, und die Stubenmusik mit Jürgen Schmidt, Stefan und Korbinian Schneider, Sonja, Katrin und Ludwig Beck trug ebenfalls maßgeblich zum einem rundum gelungenen Abend ein.

Gemeinsam sangen Mitwirkende und Gäste die Lieder "Jetzt fangen wir zum Singen an" sowie den "Andachts-Jodler". Die Kirchengemeinde Grafengehaig freute sich über die gut gefüllten Spendenkörbe, die Gaben sollen einem guten Zweck zugute kommen.

Als der letzte Ton verklungen war, fanden sich viele Besucher noch zu einem Umtrunk mit Punsch, Glühwein und Plätzchen im unmittelbar benachbarten Gemeindehaus ein.