Coburg — Die Rudolf-Steiner-Schule ist dabei, mehr Raum für Ideen, Bildung und Kultur zu schaffen. Unter dem Motto "Leerstand wird Lernort" werden die Klassenräume ausgebaut und erweitert. Bei einem Baufest konnten sich Interessierte nun über den Fortgang der Arbeiten informieren.
Mit Führungen durch die Baustelle und einem Frühschoppen feierte die Schulgemeinschaft das Projekt. Nach der Begrüßung durch Schulleiter Hans-Joachim Döhner eröffnete Oberbürgermeister Norbert Tessmer das Baufest. "Um zukunftsfähig zu sein, muss in Bildung investiert werden", sagte der OB unter Beifall.
Viele Gäste nutzten die Gelegenheit und ließen sich von Werklehrer Peter Schmiedebach durch die Baustelle führen. Anhand von Zeichnungen und Flyern zeigte er das bereits Getane und erklärte, was noch zu bewältigen ist. So konnte der Kupferschmiederaum im alten Kälberstall in den letzten Monaten bereits fertiggestellt und zum Baufest eingeweiht werden.

Nachfrage ungebremst

Peter Schmiedebach betonte, dass es bei aller Freude über das bisher Erreichte noch einiges zu tun gäbe. Die Schule brauche noch weitere Räumlichkeiten, besonders wegen der wachsenden Ganztagsschule samt Nachmittagsbetreuung. Die Nachfrage hier sei ungebremst. "Der 2013 fertiggestellte Raum war nach einem Jahr ausgebucht und wartet seither dringend auf Erweiterung", so der Werklehrer.
Der zweite große Wunsch sei eine Mediathek. Entstehen solle eine Bibliothek für Natur- und Geisteswissenschaften mit flexibel nutzbaren digitalen Arbeitsplätzen sowie eine Kleinkustbühne. Die Mediathek sollte vielfältig genutzt werden, auch als Räumlichkeit für öffentliche Veranstaltungen.
Die Waldorfschule präsentierte ihre Vision, die alte Getreidescheune in eine neue Mediathek umzugestalten, in einem Video. Den Film hatte Valentin Felder, ein ehemaliger Schüler, erstellt. Die Hintergrundmusik, lieferten Schüler der Band "Woodrock". Diese Gruppe spielte später auch vor der Baustelle. "Man spürt den guten Geist der Schule", sagte Geschäftsführer Hans-Jürgen Metzner zufrieden.

300 000 Euro Gesamtkosten

Die Gäste waren eingeladen, Callenberger Schiefertafeln als Spende für die weiteren Ausbauarbeiten zu kaufen. Und so trugen viele ihre neu erworbenen rund 150 Jahre alten Schiefertafeln unter dem Arm nach Hause.
Die Kosten für das gesamte Umbauprojekt werden auf 300 000 Euro geschätzt. Da die Arbeiten nur zu zwei Dritteln mit öffentlichen Geldern bezuschusst werden, ist die Rudolf-Steiner-Schule auf Spenden angewiesen. Mehr Infos unter www.waldorfschule-coburg.de.