Eigentlich sollte am Montag der Prozess gegen einen 23-jährigen Mann beginnen, dem ein brutaler Raubüberfall in Scheßlitz vorgeworfen wird. Doch vor der 3. Strafkammer des Landgerichtes Bamberg kam es nicht dazu. Der Verteidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Philipp Thiée aus Frankfurt am Main, war erkrankt. Ohne ihn konnte der Vorsitzende Richter Markus Reznik das Verfahren nicht beginnen, in dem eine Tat zur Sprache kommen soll, die sich am 27. April 2018 ereignet und weithin für Aufsehen gesorgt hat.

33 000 Euro erbeutet

Damals war ein 87-jähriger Rentner in aller Herrgottsfrühe in seiner eigenen Wohnung von zwei maskierten Einbrechern im Schlaf überfallen und überwältigt, mit Klebeband gefesselt und mit einer Waffe bedroht worden. Dann durchsuchten die Täter die Räume nach Wertsachen. Schließlich brachten sie ihn unter Drohungen dazu, ihnen zu verraten, wo er seine Ersparnisse von mehr als 33 000 Euro aufbewahrte. Als das Duo mitsamt dem Bargeld die Flucht ergriffen hatte, gelang es dem Opfer, sich selbst zu befreien und bei einem Nachbarn die Polizei zu alarmieren.

Mindestens fünf Jahre Haft

Für den gemeinschaftlichen schweren Raub drohen dem Angeklagten, der seinen Komplizen bislang nicht verraten hat, mindestens fünf Jahre Freiheitsstrafe. Am 6. Dezember 2018 um 9 Uhr soll es im Landgericht dann richtig losgehen.