Wie viel wird die Sanierung der Wasserversorgungsanlage kosten? Das war die Frage, die die Wonseeser Bürger in in den Gasthof Ganzleben trieb. Kein einziger Platz war mehr zu ergattern. Der Vorsitzende des Zweckverbands Sanspareiler Gruppe, Günther Pfändner, stellte die Planungen vor.

"Wir wollen niemanden über Gebühr belasten. Aber im Mai oder Juni werden ungefähr 30 Prozent der fälligen Summe eingezogen, der Rest nach Baufortschritt", sagte Pfändner. Doch während vor einem Jahr noch 2,5 Millionen Euro im Raum standen, ist jetzt klar: In die Sanierung der Hochbehälter und der Leitungen müssen voraussichtlich mehr als 8,2 Millionen Euro investiert werden.

"Es muss investiert werden. Wir überschreiten den Beitrag, der für die Einstufung in die Härtefallregelung nötig ist. Dadurch bekommen wir einen Zuschuss von etwa 50 Prozent", sagte Alexander Dürrschmidt vom gleichnamigen Ingenieurbüro inNürnberg. "Wenn wir diese Chance nicht nutzen, sind wir selber schuld", sagte er. Allerdings ist die Förderung bis Ende 2022 befristet. Bis dann müssten alle Arbeiten durchgeführt und abgerechnet sein. Deshalb drängt die Zeit.

Die nicht gedeckten Investitionskosten von insgesamt knapp vier Millionen Euro müssen in Form von Herstellungsbeiträgen auf die Wonseeser umgelegt werden. Die Satzung sieht vor, dass zwei Drittel auf die Geschossfläche entfällt, ein Drittel auf die Grundstücksfläche.

Eigenanteile verdoppelt

Bei der Bürgerversammlung wurden bereits konkrete Summen genannt. Pro Quadratmeter Grundstücksfläche wird jetzt mit einem Euro kalkuliert (im Sommer 2019 ging Pfändner noch von 0,48 Euro pro Quadratmeter aus), für den Quadratmeter Geschossfläche müssen die Eigentümer 8,40 Euro berappen (3,88).

"Der Wasserpreis wird natürlich ebenfalls neu kalkuliert. Und ich glaube nicht, dass es billiger wird", machte Pfändner deutlich.

"Es zahlt immer der, der einen Vorteil hat", machte Arno Bitterwolf von der Kommunalberatung klar. Die riesige Investitionssumme von 4,081 Millionen Euro müsse auf insgesamt 1,29 Millionen Quadratmeter Grundstücksfläche und auf 323 068 Quadratmeter Geschossfläche umgelegt werden. Im Frühling sollen die Eigentümer 30 Prozent anzahlen. Zwei weitere Raten werden im Laufe der Bauzeit fällig.

Bitterwolf machte klar, dass Wintergärten, Balkone, ausgebaute Dachgeschosse und auch Keller komplett in die Geschossfläche einzurechnen sind. Die Größe der Häuser werde nicht von der Grundstücksfläche abgezogen. Nebengebäude und Scheunen ohne Wasseranschlüsse seien allerdings nicht beitragspflichtig. Für noch bebaubare Grundstücke müssten 25 Prozent der möglichen Geschossfläche gerechnet werden.

Die Bürger waren schon etwas schockiert, manch einer befürchtete weitere Preissteigerungen. Laut Alexander Dürrschmidt ist es oberstes Ziel, die Menge, Qualität und Wirtschaftlichkeit der Wasserversorgung zu sichern. Die hydraulische Installation, die Aufbereitungs- und Fördertechnik, aber auch die Wasserkammern in den vier Hochbehältern müssten dringend erneuert werden. Außerdem sei es wichtig, eine moderne Überwachungstechnik zu installieren. Momentan sei nur der Hochbehälter in Schirradorf mit Strom ausgestattet.

Nicht mehr sanierungswürdig ist der Hochbehälter im Thurnauer Ortsteil Leesau. Es sei kostengünstiger, eine Verbindungsleitung zu bauen. "Es kann sein, dass wir nicht fertig werden. Aber wir hoffen, dass die Förderrichtlinie fortgeführt wird", machte Dürrschmidt den Wonseesern klar.

Leerstände im Blick

Bürgermeister Andreas Pöhner stellte ein weiteres großes Ziel des Marktes vor: Innenraumverdichtung und Leerstandsbeseitigung. Architektin Anja Müller präsentierte Ideen für eine Belebung der Thurnauer Straße. Dort sollen Mietwohnungen und eventuell eine Parkscheune geschaffen werden. Eine Machbarkeitsstudie ist durchgeführt, jetzt werden die Förderanträge gestellt.