Schon vor der Abfahrt zum Auswärtsspiel nach Kirchenlaibach war klar, dass es zum Saisonauftakt in der Schachbezirksoberliga eine unliebsame Begegnung für den SK Michelau 1 geben könnte. Es wurde ein glatter Fehlstart. Mit 2,5:5,5 und dem vorläufig letzten Tabellenplatz im Gepäck fuhren die Männer vom Obermain wieder heimwärts.


Bezirksoberliga

TSV Kirchenlaibach -
SK Michelau 5,5:2,5

Vor allem eine Frage war bei Michelau vor dem Spiel von Interesse: Wie würde Neuzugang und Spitzenspieler Kurt-Georg Breithut am ersten Brett den verstorbenen Klaus Beier ersetzen? Es sollte ein Remis zum Einstand werden, denn nach Damentausch und beiderseitig eingedämmtem Kampf um Springervorposten, Einbruchsfelder und Zentrumsvorstöße, einigten sich Breithut und Reiner Singer friedlich auf Remis. Kein gutes Zeichen, denn Breithut war nominell Favorit.
Dann sollte bald einsetzen, was zu befürchten war: Das stärker besetzte Team aus Kirchenlaibach landete Favoritensiege, die jedoch unnötig waren. So wie bei Alfons Schüpferling, der gegen Walter Weiß unter die Räder kam, obwohl dessen Freibauer womöglich eher schwach als stark und somit blockierbar war. Aber nach Übersehen einer taktischen Finesse mit Mattdrohung musste der Michelauer die Segel streichen.
So ging es auch Gert Grüner gegen Zdenek Bartonicek, als er bei ungewöhnlicher Materialverteilung in taktischen Wirren unterging.
Einen Lichtblick, aber auch keinen ganzen Punkt, gab es bei Benjamin Zerr zu beobachten. Mag sein, dass er gegen den gedeckten Freibauern des favorisierten Josef Bodenschatz mit einem Remis gut bedient war, dafür erhielten seine Figuren aber auch freies Spiel. Auch Markus Häggberg gelang kein ganzer Zähler. Er geriet gegen Stefan Koch in Zeitnot und in eine fragwürdige Stellung. In dieser Phase behielt er Übersicht und schuf eine bedrohliche Ausgangslage für einen Angriff, der Koch in ein Unentschieden einwilligen ließ.
Edgar Schaller zwang sein Gegenüber Karel Chalus ins Remis. Gleichfalls materiell in Nachteil geraten, wies er den Kirchenlaibacher auf den seltenen Umstand der dreimaligen Stellungswiederholung hin, der die Erlaubnis zur Reklamation eines Unentschiedens gibt. Ebenfalls keinen Sieg für Michelau fuhr Bernd Stammberger ein. Dem Routinier stand ein langer und ermüdender Positionskampf gegen Johannes Doleschal ins Haus, der erst weit im Endspiel seine Punkteteilung fand. Bleibt noch Andreas Schüpferling, der gegen den favorisierten Stefan Oschetzki lange Zeit die Stellung ausgeglichen bis vorteilhaft gestaltete, nur um dann durch taktische Missgriffe zu verlieren. Es lief nicht rund, Michelau verlor verdient. Nun steht auch noch das Bruderduell gegen den SV Seubelsdorf, einem Aufstiegsaspiranten, ins Haus. red