"Die blaue Blumenvase gefällt mir nicht mehr, ich will eine gelbe", beschließt Frau X, wirft das Gefäß ohne Gebrauchsspuren in die Mülltonne und macht sich auf den Weg in ein Ladengeschäft. "Das war gestern", sagen die an der Weiterverwendung von nahezu unbenützten oder nur wenig gebrauchten Gegenständen Interessierten. Sie gehören zu den Menschen, die sich mit Barbara Cunningham von der Energie- und Klimaallianz in der Gereonskapelle zusammengefunden haben, um einen sinnvollen Wandel (Transition) der Lebensgewohnheiten anzustoßen.

Beim heutigen Lebensstil verbraucht die Menschheit im Ganzen das Doppelte von dem, was ihr im Jahr an Ressourcen zur Verfügung steht; die Mitteleuropäer bringen es sogar auf das Dreifache. "Einsparen, wo es sinnvoll ist", sagt Cunningham und denkt an Wärmedämmung, Car- oder Foodsharing und Tauschbörsen für Alltagsgegenstände. Jeder soll dabei das tun, was ihm am Herzen liegt.

Tiefgreifender Wandel

Unter diesem Gedanken haben sich mehr als 20 Personen zusammengefunden. Wirtschaftsförderer Andreas Rösch als Vertreter des Landkreises betont denn auch die Nachhaltigkeit im sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Bereich, für die die zu Ende gehende Klimawoche stehe. Er wie Cunningham erwarten einen tiefgreifenden Wandel, wobei keiner weiß, was genau werden wird.

Für große Dinge gibt es schon etliches an Tauschmöglichkeiten und Secondhand-Wiederverkauf. Man denke nur an Sportgeräte-Basare oder solche für Kinderkleidung oder auch an Offene Bücherregale. Nur: Nicht jeder weiß, was es alles schon gibt. Mehr erfahren zu haben, darüber freut sich Teilnehmerin Karin Hof-Schüßler. Ein paar wichtige Stellen und Angebote: Secondhand-Kleidung gibt es beim Rotkreuzladen bei der Caritas und bei Pack mer's, im Umsonstladen Baiersdorf oder den Kreislaufläden in Höchstadt, Herzogenaurach und Forth. Letztere decken auch den Bereich Mobiliar, Hausrat und Deko ab. Viele Kindergärten und Schulen organisieren Weiterverkäufe von Waren und Gegenständen für Kinder. Der Awo-Bücherbasar wird demnächst in die Klosterstraße umziehen.

Bei der Auflistung wird offenkundig, dass in weiten Teilen des Landkreises Tauschinteressierten lange Wege noch nicht erspart werden. Hier springt bislang nur das Landratsamt selber online ein. Über seine Homepage oder auch direkt ist www.verschenkmarkt-forchheim.de zu erreichen.

"50 Besucher standen beim letzten Reparaturcafé Schlange", berichtet Elektromeister Hans-Michael Luther über den Erfolg der dritten Aktion dieser Art. Am 26. November startet die nächste Runde, in der geschickte Handwerker helfen, Geräte, die bocken, wieder in Gang zu bringen.

Ein Acker für die Gemeinschaft

Der Wunsch nach eigenem Gemüseanbau kann voraussichtlich auch bald in Erfüllung gehen. Katinka Uebel vom Stadtgarten auf der Roten Mauer hat einen Verpächter an der Hand für einen Acker, der in Gartenparzellen zum gemeinsamen Bewirtschaften aufgeteilt werden soll. Kontakt zu den sich etablierenden Gruppen gibt es über die Homepage der Energie- und Klimaallianz oder über Barbara Cunningham.