Die "Klaaweiser" Ortsburschen und -madle waren am Wochenende Nutznießer der andauernden Dürre. Mit einem weißblauen Himmel, viel Sonnenschein und ohne ein Tröpfchen Regen ging ihre dreitägige Kirchweih reibungslos über die Bühne. Hauptanziehungspunkte waren am Freitagabend Musik aus den 90er Jahren mit DJ Mike Scion, der für ein volles Festzelt sorgte, sowie der Festumzug mit Kerwapredigt von Lukas Großkopf am Sonntagnachmittag.

Der Schwerpunkt der Predigt lag heuer allerdings nicht in Kleinweisach, sondern in der benachbarten Ortschaft Burgweisach, im lokalen Dialekt einfach "Berch". Mehrere betrunkene Autofahrer, die beginnend am Kerwasamstag 2017 und dann weiter das ganze Jahr hindurch die Verkehrsschilder in Burgweisach überfuhren, verdienten einen Kerwawagen als auch die Ehre, als Erstes in der Predigt erwähnt zu werden.

Auch das zweite Thema und der zweite Kerwawagen "Berchers Pfutschikado" waren Burgweisach gewidmet. Hier ging es um einen einst schönen Bauernhof, der in den Händen der Nachkommen des Bauherrn verfällt. Damit war Prediger Großkopf, der selber in Burgweisach wohnt, noch nicht mit seinem Dorf fertig. Thema Nr. 3, "Verhandlungsg'schick", beschäftigte sich mit einem Nachbarn, der mit interessanten Verhandlungen einen neuen Mulcher durch den Verkauf eines alten Gefährts finanziert hat.

Lob für den Biobauern

Auch beim vierten Thema mit begleitendem Kerwawagen kam Kleinweisach noch nicht ins Scheinwerferlicht. In "Freilandeier" schaute man stattdessen nach Dietersdorf, wo ein Bauer seinen Hof auf Bio umstellen wollte. Weil er anfangs mithilfe eines Plastikflugdrachens an einer Stange seine Probleme mit Raubvögeln löste und danach einen gewerblichen Erfolg verbuchen konnte, verdiente er Lob anstatt Kritik in der Predigt.

Endlich, beim fünften und letzten Thema und Wagen, kam Kleinweisach ins Spiel. In "Wanted" spielten die Ortsburschen und -madle selbst die Opferrolle. Im vergangenen Jahr hatten sie sich mit dem Neubau der Aischgründer Brauerei beschäftigt, die das Kerwabier liefert. Sie bauten für den Kerwawagen ein großes Modell des Neubaus, das nach dem Fest in der Brauerei ausgestellt werden sollte. Nachdem das Modell voriges Jahr über Nacht im Kerwazelt geblieben war, fand man es am Kerwasonntag durch einen Unbekannten schwer beschädigt vor. Zur diesjährigen Kerwa haben die Burschen und Madle das Modell repariert und wieder auf einen Kerwawagen gesetzt. Nun kann es, wie geplant, in der Brauerei ausgestellt werden.