Was nützen da großartige Auftritte im DKBC-Pokal wie sieben Tage vorher gegen Weiden, wenn man seine Pflichtaufgaben nicht erfüllen kann? Das werden sich einige am vergangenen Samstag in der Baur-Halle gefragt haben, als eine kaum wiederzuerkennende Mannschaft des Baur SV Burgkunstadt sang- und klanglos dem Zweitligaabsteiger aus Fürth unterlegen war.


Bayernliga

Baur SV Burgkunstadt -
Viktoria Fürth 3:5

Bereits nach der Startpaarung war der Traum von der Festigung von Tabellenrang 3 eigentlich ausgeträumt. Betrachtet man das Gesamtergebnis von 3168:3216, sieht man schnell, wie leicht ein Sieg drin gewesen wäre. Denn vor einer Woche gegen Weiden kratzte man an der Marke von 3300 Kegeln. Dennoch kann man den Spieltag mit einem lachenden Auge beschließen, denn Durach gelang ein sensationeller 5:3-Erfolg in Zeil, wonach der Rückstand zur Spitze weiterhin nur zwei Zähler beträgt. Somit geht die Tabellenführung wieder an Schretzheim, dass in einem Krimi gegen Hirschau dank drei Überholz mit 5:3 siegreich war. Eibach und Karlstadt bleiben mit einem seltenen 4:4-Unentschieden in Tuchfühlung zur Spitze mit 5:3 Zählern. Im Kellerduell hielt Landshut Kasendorf mit 6:2 auf Distanz und verschaffte sich etwas Luft, während die Oberfranken bei fünf Auftaktniederlagen in Folge den Anschluss zu verlieren drohen.
In einer dicken Formkrise befindet sich offenbar Peter Thyroff, viele Jahre ein unumstrittener Leistungsträger von Gut Holz Michelau und des Baur SV. Sieben Fehlwürfe auf 60 Abräumwürfe hat er wohl seit der Jugend nicht mehr hinnehmen müssen, über 490 Holz im Gesamtergebnis braucht man nicht zu diskutieren. Auf Nachfrage hatte er selbst auch keine Erklärung für sein Resultat, dass Maier auf Fürther Seite mit 550 Holz zu einer klaren Führung nutzte. Das Desaster perfekt machte das Resultat von Dieter Kestel gegen Schnetz: 514:562 leuchtete an der Anzeigetafel auf, 1:7 Sätze und 0:2 Mannschaftspunkte. Dazu kamen 108 Kegel auf der Habenseite der Gäste.
Nun musste im Mittelkreuz ein kleines Wunder geschehen, und die Männer in Schwarzgelb taten einiges dafür, den Zuschauern wieder Leben einzuhauchen. Dabei war Harald Zapf auf Bahn 1 im Pech, denn sein Mann siegte hier nur dank einer Neun beim 29. Wurf. Auch Durchgang 2 verlief lange zugunsten des Baur-Routiniers, aber auch da hatte Wachtler knapp die Nase vorne. Schließlich erlahmte die Gegenwehr von Zapf und am Ende hieß es 557:517 und 3:1 für den Mittelfranken. Dass die Hoffnung auf einen Heimsieg noch nicht völlig zum Erliegen kam, lag an Bastian Krötter, der aktuell immer mehr an Konstanz gewinnt. Er startete mit 159 Holz (bestes Tageseinzel) furios und hatte nach drei Sätzen fehlerlos den Mannschaftspunkt in der Tasche, auch weil Luger (497) trotz null Fehlwürfen in die Vollen nie zurechtkam. Wären nicht die fünf Fehlwürfe im letzten Abräumen gewesen, Krötter hätte noch mehr als die starken 557 auf die Bahn bringen können.
Einmal mehr ruhten die Hoffnungen der Schuhstädter auf den "Zauberern" im Schlussduo, auf Patrick Kalb und Peter Zapf. Beide holten zwar mehr oder weniger souverän ihren "eingeplanten" Mannschaftspunkt, den hohen Rückstand konnten freilich auch sie nicht mehr einholen. Kalb kam nicht ganz an sein hohes Niveau der Vorwochen heran, rang aber Wölfing mit 2,5:1,5 Sätzen und 531:525 Holz in einem engen Duell nieder. Zapf war einmal mehr Garant für eine sehr gute Leistung und konnte diesmal vor allem in die Vollen mit starken 370 Holz zufrieden sein. 559:525 hieß es am Ende gegen Schneider.
Blickt man auf den Spielbericht, ist "der Schuldige" schnell ausgemacht: 1019:1124 hieß es im Abräumen, hier gilt es im Training Defizite abzustellen. Zumindest dann, wenn man in Hirschau zurück in die Erfolgsspur will.

BSV Burgkunstadt -
Viktoria Fürth 3:5
(10,5:13,5 Satzpunkte, 3168:3216 Holz)
Thyroff - Maier 0:4 (490:550)
Kestel - Schnetz 1:3 (514:562)
Krötter - Luger 3:1 (557:497)
Zapf H. - Wachtler 1:3 (517:557)
Kalb - Wölfing 2,5:1,5 (531:525)
Zapf P. - Schneider 3:1 (559:525)