Von der Bahnunterführung kommend, sticht sie schon ins Auge, die hellblaue Asbestfassade an der Mühlgasse. Ulrich Sünkel weist die Gruppe auf sie hin, welches an diesem sonnigen Nachmittag besonders hell zu leuchten scheint. "Hier ist das vorher und nachher wohl am krassesten", verrät der Leiter des Hochbauamts. Vorher ein sanierfälliges Gebäude, heute "ein Aushängeschild für das Stadtbild". Als Beweis dafür schimmert an der Hauswand der goldene Ammonit, ein Preis für beispielhafte Bauvorhaben im Landkreis. Nicht der erste, den die Gruppe auf dieser Stadtführung sieht, die die Erfolge der vergangenen 45 Jahre Stadtsanierung vorstellt.
Seit 1972 ist Lichtenfels Teil der Städtebauförderung in Bayern und somit fast ein Mitglied der ersten Stunde: Nur ein Jahr vorher ist das Projekt ins Leben gerufen worden. In 45 Jahren Stadtsanierung sind in Lichtenfels insgesamt 24 Bauvorhaben auf diese Weise entstanden.
Und bei dieser Zahl soll es nicht bleiben, denn "nichts ist so beständig wie der Wandel", sagt Bürgermeister Andreas Hügerich in der ehemaligen Synagoge. Dort, wo ebenfalls umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig waren, denn die Synagoge wurde infolge des beim Novemberpogrom 1938 zerstört.
In 45 Jahren Stadtsanierung hat sich an den Zielen nichts geändert, meint Hügerich: "Die Herausforderungen sind immer noch die gleichen. Die Attraktivierung der Innenstadt, Sanierung alter Bausubstanz und die Beseitigung von Verkehrsproblematiken." Hügerich gibt deshalb einen Ausblick auf bevorstehende Bauprojekte: Ein Architektenwettbewerb für das neue Quartier Kirchgasse steht bevor, an der Kindertagesstätte in der Reitschgasse wird gearbeitet, der Marktplatz soll einen neuen Anstrich bekommen.
Doch es soll nicht nur bei der Sanierung des Stadtbilds bleiben. Wenn es nach der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner geht, darf vor allem eines nicht vernachlässigt werden, wie sie in der ehemaligen Synagoge hervorhebt: "Das Ziel muss sein, auch die umliegenden Dörfer zu fördern." Es müssten Konzepte entwickelt werden, damit Menschen in den Dörfern wohnen bleiben als Reaktion auf den demografischen Wandel.
Auf der Stadtführung geht es auch zum Stadtschloss, zum Rathaus und zur Unterführung an der Coburger Straße. Auf der Stadtführung sind auch einige aktuelle Baustellen dabei.