Johannes Schlereth 30 Grad Celsius und keine Wolke am Himmel - typisches Freibadwetter. Allerdings ist der Badespaß in Bad Kissingen derzeit getrübt. Immer wieder ist für ein paar Stunden ein Becken im Terrassenschwimmbad gesperrt. Der Grund dafür ist laut Thomas Hack, zuständig für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Bad Kissingen, ein Problem, das in allen Schwimmbädern Deutschlands bestehe. "Es gibt überall erhebliche Personalprobleme", sagt er. Das gelte für Fachkräfte des Badewesens, wie auch für Rettungsschwimmer.

Im Terrassenschwimmbad läuft der Betrieb in zwei Schichten. "Wir brauchen für jede Schicht mindestens vier Aufsichtskräfte. Dazu kommt eine Fachkraft für das Bäderwesen", informiert Hack. Derzeit arbeiten im Terrassenschwimmbad fünf fest angestellte Fachkräfte und drei Rettungsschwimmer. Dazu kommen noch die Aushilfskräfte. "Hier gab es ein paar kurzfristige Absagen." Die Stadt arbeitet derzeit daran, eine Lösung für den Personal-Engpass zu finden.

"Die Stadt ist über alle Kanäle und mit allen möglichen Institutionen in Kontakt, um Rettungsschwimmer zu rekrutieren", erklärt Hack. Angesprochen worden seien beispielsweise Schulen und Vereine. "Leider mit mäßigem Erfolg", zieht er Bilanz. "Der Arbeitskräftemarkt ist diesbezüglich leer gefegt", sagt Hack.

Einen anderen Weg einschlagen

Deshalb wäre die Stadt sogar bereit, einen anderen Weg einzuschlagen: "Die Stadt würde auch selbst ausbilden." Die Verwaltung kommt hier jedoch an Grenzen. "Es finden sich keine Bewerber." Mit den Bauarbeiten am Terrassenschwimmbad im vergangenen Jahr habe der Personalmangel nichts zu tun. Da habe man zwar weniger Angestellte gebraucht, aber gekündigt worden sei deshalb niemandem. Folge des personellen Notstands ist, dass nicht immer alle Becken des Terrassenschwimmbads geöffnet werden können. Stundenweise ist das Sprungbecken geschlossen. "Generell ist die Personaldecke aber nicht nur sehr dünn, sondern bis zum Zerreißen gespannt", sagt Hack. Erschwerend komme noch ein Krankheitsfall hinzu.

Das Ziel der Stadt sei, den Badegästen trotz aller Widrigkeiten einen sicheren und angenehmen Aufenthalt zu gewährleisten. Den Problemen würden die meisten Besucher mit Verständnis begegnen.