wolfgang schoberth

Wäre nicht der Streit um die Altlasten der einstigen Mülldeponie an der Michel-Weiß-Straße zwischen der Stadt Kulmbach und der Baugenossenschaft - die ersten Medaillons an den Gebäuden Hermann-Limmer-Straße 6 und 8 wären schon weg, da dort das erste der drei geplanten Mehrfamilienhäuser errichtet werden soll. Irgendwann werden die Kettenbagger dann doch anrollen und die alten Häuserzeilen abreißen. Die Wohnungen sind gewiss verbraucht und nicht mehr zeitgemäß, doch die Häuser waren bei ihrem Bau vor fast 70 Jahren für viele Neubürger aus dem Osten ein Segen.
Die Kulmbacher Baugenossenschaft hat sich um diese historische Aufbauleistung verdient gemacht. Bei dem irgendwann erfolgenden Abbruch sollte sie jedoch dringend die Bergung der sieben Terracotta-Medaillons von Hans Lewerenz vorsehen, die sich über den Haustüren der Wohnanlage befinden, und sie später dann in geeigneter Weise in den Neubau integrieren. Nicht nur, weil Bewohner und Spaziergänger sie lieben, sondern weil sie den damaligen Alltag der Heimatvertrieben wiedergeben, und das in hervorragender handwerklichen Qualität.