Momentan sind in der Gemeinde Stockheim circa 33 Baumaßnahmen in Planung oder schon in der Ausführung. Größere Objekte sind unter anderem die Dorferneuerung Reitsch und die Generalsanierung der Rentei. Für Umbau und Sanierung des Herrenhauses (Rentei) der ehemaligen Katharinenzeche in Stockheim gab der Bürgermeister ausführliche Informationen über das geplante Nutzungskonzept.

Das ehemalige Geschäfts- und Wohnhaus (Rentei) sei ein Relikt von Bayerns einzigem Steinkohlebergwerk, der Katharinenzeche in Stockheim, die 1968 geschlossen wurde. Von den oberirdischen Anlagen besteht außer dem als Bauhof genutzten Areal nur noch das ehemalige Geschäfts- und Wohnhaus, die Rentei. Der Nachlass der Bergbaugesellschaft, bestehend aus Akten, Plänen, Fotografien und gegenständlichen Zeugnissen, wird vom Förderverein Bergbaugeschichte, der Bergmannskapelle und dem Knappenverein sowie der Bergwerksgemeinde Stockheim betreut und ist im Magazinbereich des Bauhofes untergebracht.

Die Bergwerksgemeinde Stockheim und Vertreter der beteiligten Vereine haben gemeinsam mit Unterstützung der Kreiskulturreferentin Gisela Lang und dem Museumsbeauftragten der Stadt Kronach, Alexander Süß, ein Nutzungskonzept für die denkmalgeschützte Rentei erarbeitet. Bei der Konzeptsuche waren der großartige Wissensschatz und die herausragenden Dokumentationen des Heimatpflegers Gerd Fleischmann hilfreich.

Wie Bürgermeister Detsch erläuterte, könnte die Sanierung wohl in zweieinhalb Jahren abgeschlossen sein. Ein wichtiger Aspekt sei, dass dieses Gebäude nicht nur für die drei genannten Vereine nutzbar ist, sondern generell für alle Vereine zur Verfügung stehe, dazu werden auch die Außenanlagen mit Biergarten und eventuell Pavillon zu Veranstaltungen in schönem Ambiente einladen und das Projekt aufwerten.

"Die Nutzung und eine damit verbundene Beziehung, die zu einem Gebäude aufgebaut werden kann, ist Bestandteil unserer kulturellen Identität. Nur mit einem sinnvollen und von breiter Zustimmung getragenen Nutzungskonzept wird die Sanierung erfolgreich sein. Die Gespräche aller bisher Beteiligten sind geprägt von Zuversicht und dem Willen, das Gebäude zu retten zu erhalten und erfolgreich zu nutzen und wieder mit Leben zu erfüllen", so der Bürgermeister.

90 Prozent Förderung

Die Kosten sollen sich auf circa 2,7 Millionen Euro belaufen, wovon 2,4 Millionen Euro förderfähig sind. Allein durch die Förderoffensive Nordostbayern darf mit 90 Prozent Förderung gerechnet werden.

Stefan Beetz (CSU) und Daniel Wachter (parteilos) wünschten sich mehr Bürgerbeteiligung, ja sogar einen Bürgerentscheid, bei diesem Projekt. Dem entgegnete der Rathauschef, man solle im Gremium zu seiner Verantwortung stehen. Zweiter Bürgermeister Siegfried Weißerth (CSU) meinte, er verfolge die Planungen für die Rentei schon seit über 20 Jahren. Mehrere Ansätze sind an zu wenig Fördermitteln gescheitert. "Wenn wir jetzt nicht handeln, brauchen wir uns über eine Sanierung keine Gedanken mehr machen. Die Alternative wäre ein Abriss der ungewisse aber ganz sicher hohe Kosten verursachen würde." Hedwig Klinger (FW) sprach von einer einmaligen Chance. Die Debatte schloss der Bürgermeister mit dem Hinweis, dass dies nur Informationen waren und Beschlüsse in den nächsten Sitzungen gefasst werden. Es liegt an jedem einzelnen Gemeinderat, für diese gute Sache in der Öffentlichkeit zu argumentieren. eh