Dort, wo ein alter Nussbaum stand, der seit Generationen zu Kirchschletten gehörte wie Kirche und Kloster, ist jetzt nur noch ein Stumpf zu sehen. Dass der Baum, der auf dem örtlichen Kinderspielplatz stand, und mit ihm drei weitere dort befindliche kleinere Bäume vor einiger Zeit gefällt wurden, ärgert den Kirchschlettener Reinhold Bayer und macht ihn traurig.

Reinhold Bayer, mancher kennt ihn als für die Kur- und Urlauberseelsorge Bad Staffelstein tätigen Pilgerbegleiter, fühlt sich in Kirchschletten, einem Ortsteil der Marktgemeinde Zapfendorf, sehr wohl. Wenn er aus dem Fenster seiner Wohnung blickte, sah er auf den auf der anderen Seite der Straße befindlichen Kinderspielplatz und freute sich als Naturliebhaber über den Anblick des alten Walnussbaums.

"Als ich nach einer längeren Pilgerreise zurück nach Hause kam, traute ich meinen Augen nicht - der Nussbaum war weg", erinnert er sich. Schon vor einigen Jahren habe die Gemeinde den nach Dafürhalten Bayers gesunden Baum fällen wollen, diese Absicht dann aber wieder verworfen. Der Baum wurde kontrolliert zurückgeschnitten. "Das hat ihm gut getan, wie mir auch alteingesessene Mitbürger bestätigt haben", sagt Bayer. Auch nach den vergangenen trockenen Sommern habe der Baum im Übrigen reichlich Nüsse getragen.

Nicht überzeugende Begründung

Der Markt Zapfendorf begründete das Fällen des Baumes nun mit der Verkehrssicherungspflicht. Die Rede ist von Schäden an der Sandsteinmauer, einer gespaltenen Krone und dass Fallobst Wespen anlocke. Dies könne er nicht nachvollziehen, meint Bayer: "Den Eindruck, dass von dem Nussbaum eine Verkehrsgefährdung oder Gefährdung von Kindern ausgeht, hatte ich niemals während all der Jahre." Zwar ist laut Gemeinde eine Ersatzbepflanzung vorgesehen, aber "der alte Nussbaum ist unwiederbringlich weg", gibt Bayer zu bedenken. "Er hätte gerettet werden können."

Am Abend des Reformationstages steckte Bayer dann symbolisch drei Kreuze in den Sand des Sandkastens und bezeichnet dies rückblickend als "friedliche Aktion eines besorgten Bürgers". Die Kreuze standen allerdings nur kurz: Am nächsten Morgen, am Feiertag Allerheiligen, fuhr ein Lastwagen des Bauhofes vor, und ein Mitarbeiter entfernte die drei Kreuze. mde