Der Heimatverein lädt jährlich zu einer Fahrradtour mit Besichtigung von Kirchen in der näheren Umgebung ein. Nach Puschendorf, Kairlindach, Hannberg und Veitsbronn stand diesmal eine Tour mit Führung durch die ehemalige Klosteranlage in Frauenaurach auf dem Veranstaltungskalender. Erfreulicherweise nahmen 20 Personen die Einladung an.
Wenige Kilometer vor der Mündung der Mittleren Aurach in die Regnitz gründeten Herdegen von Gründlach und seine Frau Elisabeth 1267 das Damenstift Fauenaurach. Nach vierjährger Bauzeit zogen hier 1271 Schwestern aus dem Orden der Dominikanerinnen Engelthal im Nürnberger Land ein.


Rascher Aufschwung

Das Kloster nahm rasch seinen Aufschwung, schon 1294 wurde von hier aus das vor den Toren der Stadt Nürnberg gelegene Katharinenkloster mit vier Nonnen besetzt. Die Ordesfrauen kamen größtenteils aus fränkischen Adelsfamilien, und weil sie nicht an das Armutsgelübde gebunden waren, besaß das Kloster Frauenaurach reiche Besitzungen. Bei der ursprünglichen Klosterkirche handelte es sich um einen schlichten Bau mit einer Unterkirche im Westen, die als Gruft für die adligen Damen diente und einer darüber liegenden Nonnenempore. Im Osten gliederte sich ein Langhaus für die Laien an, das im 14. Jahrhundert im gotischen Stil vollendet wurde.
Auf die Herren von Gründlach folgten die Nürnberger Burggrafen als Besitzer und letztlich deren Nachfolger, die Kulmbacher Linie der Markgrafen von Brandenburg.


Große Blüte

Das Damenstift erlebte im 15. Jahrhundert eine große Blüte mit umfangreichen Besitzungen aus dem Nachlass verstorbener Nonnen aus dem Nürnberger Land. Angesichts des Reichtums litt die Disziplin im Kloster. Die Nonnen konnten sich sogar einer Reform ihres Klosters erfolgreich widersetzen.
1515, in den Jahren der Reformation und des Bauernkrieges wurde das Kloster Opfer von Plünderungen. Weil sich die Markgrafen inzwischen für die neue Lehre Luthers entschieden hatten, fungierte die letzte Priorin Kunigunde von Wallenrod nur noch als "Amtmännin des Markgrafen". Ab 1531 zog schließlich die lutherische Lehre ein, und ab 1548 kam das Kloster vollständig an die Kulmbacher Markgrafen.
Nach Umbauten wurde das Gotteshaus durch den Einbau mehrerer Böden zur Lagerstätte für Getreide "degradiert". Im 30-jährigen Krieg wurde der gesamte Komplex weitgehend zerstört. Ab 1707 errichtete man den heutigen viergeschossigen Glockenturm. Die Funktion als Nebenresidenz des Erlanger Schlosses wurde rasch wieder aufgehoben. Das einstige Kloster diente im 19. Jahrhundert als Husarenkaserne, bis der gesamte Komplex ab 1862 fast vollständig abgerissen wurde.
Heute erinnern nur noch einige Außenmauern sowie das einstige Refektorium an den einst mächtigen Klosterkomplex, der dank eines Fördervereins immer wieder Restaurierungen erfährt. Klaus-Peter Gäbelein