Die Regierung von Mittelfranken hat das Raumordnungsverfahren für die geplante Stadt-Umland-Bahn Nürnberg-Erlangen-Herzogenaurach abgeschlossen.

Der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn, zu dem sich die drei Städte zusammengeschlossen haben, will bekanntlich einen schienengebundenen öffentlichen Nahverkehr vom Norden Nürnbergs über Erlangen nach Herzogenaurach realisieren. Die Vorzugstrasse des Zweckverbands hat eine Länge von rund 25 Kilometern. Für Teilabschnitte bei Tennenlohe, im Bereich der Friedrich-Bauer-Straße in Erlangen, in der Erlanger Innenstadt, bei der Regnitzquerung und in Herzogenaurach wurden Alternativen geprüft.

Das Raumordnungsverfahren wurde im Juli 2019 eingeleitet. Wie es jetzt in einer Pressemitteilung heißt, wurden insgesamt 82 Behörden, Institutionen und Kommunen zur Stellungnahme aufgerufen. Aus der Öffentlichkeit gingen demnach etwa 200 Äußerungen ein.

Nach Auswertung sämtlicher Einwendungen und Hinweise der verschiedenen Fachstellen und der Äußerungen aus der Öffentlichkeit kommt die Regierung von Mittelfranken eigenen Angaben zufolge zu dem Ergebnis, dass die Stadt-Umland-Bahn raumverträglich ist. Dabei habe sich gezeigt, dass die vom Zweckverband gewählte Vorzugsvariante lediglich in einem Abschnitt beim Hutgraben in Tennenlohe aus raumordnerischer Sicht nicht realisierbar ist.

Die Zustimmung wurde außerdem an eine Reihe von Maßgaben zu Belangen des Verkehrs, des Freiraumschutzes und der Land- und Forstwirtschaft geknüpft. Beispielsweise sind im folgenden Planfeststellungsverfahren noch Nachweise über die ausreichende Leistungsfähigkeit von Verkehrsknotenpunkten zu erbringen und Detailuntersuchungen zum Artenschutz erforderlich.

Weitere Maßgaben betreffen u.a. die Ausführung der Brücke für die neue Regnitzquerung und deren Sperrung für den motorisierten Individualverkehr, die Rücksichtnahme auf die Wasserwirtschaft im Regnitzgrund, die Minimierung von Baumfällungen insbesondere von Bäumen mit Lebensraumfunktion zum Beispiel in der Brucker Lache und in der Allee der Nürnberger Straße sowie die Koordinierung mit dem Radverkehr, vor allem in Bezug auf den ebenfalls geplanten Radschnellweg Nürnberg-Erlangen. Die Maßgaben können den Zweckverband noch zur Wahl einer Alternative oder zur Anpassung der Planung veranlassen.

Die landesplanerische Beurteilung steht auf der Internetseite der Regierung von Mittelfranken www.regierung.mittelfranken.bayern.de/aufg_abt/abt3/abt35003_Raumordnungsverfahren.htm. Die Verfahrensunterlagen mit Karten zum Trassenverlauf sind dort verfügbar.

Am kommenden Mittwoch, 29. Januar, 19 Uhr, lädt der Zweckverband Stadt-Umland-Bahn (ZV Stub) kurzfristig zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung ein. Im Redoutensaal in Erlangen (Theaterplatz 1) möchte der ZV den aktuellen Stand der Planungen präsentieren. red