Zu einem Wechselbad der Gefühle geriet die Hauptversammlung des Männergesangvereins "Frankonia" Gemünda: Einerseits galt es, ein erfolgreiches Jahr mit umjubelten Auftritten Revue passieren zu lassen, andererseits gedachten die Mitglieder mit Willi Schindler, Alfred Schweizer und Rudolf Steiner drei verdienten Sängern, von denen der Chor unvorbereitet Abschied nehmen musste.
"Welch eine Bandbreite an Emotionen haben wir im letzten Jahr durchlebt", brachte es Vorsitzender Gerhard Jöchner auf den Punkt. Wie ihr Singen die Zuhörer berührte, hätten die Aktiven bei Auftritten zwischen Altenheim, Konzerten, Matinee, Liederabenden, Volkstrauertag und Zehntscheune erlebt. Zum ersten Höhepunkt 2017 geriet das Singen in der Morizkirche, anlässlich des Lutherjubiläums am 24. Mai, für Jöchner: "ein wahrlich unvergessliches Erlebnis". Im Mittelpunkt stand der Abend "Rock trifft Klassik" bei der "Schtoodlhenna" am 30. September - ein "Riesenerfolg", hinter dem aber allein 150 Probenstunden steckten.
Wie sehr die 23 Sänger mit Begeisterung bei der Sache sind, zeigt der Besuch der 48 Singstunden, der im Schnitt bei 81 Prozent lag. "Bei allen Auftritten konnten wir die Früchte der konzentrierten und höchst disziplinierten Probenarbeit ernten", zog Jöchner Bilanz.
Dies sei auch der "sicheren Hand" von Chorleiterin Julia Günter zu verdanken. Ihren unermüdlichen Einsatz könnten die Sänger am besten durch regelmäßige und vollzählige Teilnahme vergelten.
Die Chorleiterin gab das Lob gern zurück. Vier Gründe machen nach Meinung Günters den Erfolg der "Franconia" aus: Der Chor sei authentisch, zeige sich auch neben den Auftritten als "eine tolle Gemeinschaft", habe "extrem viele Möglichkeiten" mit Musikern und "engagierten Sängern, die zu allen Schandtaten bereit sind", finde die richtige Mischung und halte das sängerische Niveau. "Wir wissen, was wir können und was nicht", fasste Günter zusammen, das spiegele sich auch in den Auftritten wieder. Das Feedback gebe den Sängern recht: Für 2018 lägen schon etliche Einladungen vor.
Indem der MGV - dank Harry Bucher und Christian Buck - stärker im Internet und den sozialen Medien präsent ist, möchte der Chor offensiver um Neusänger werben. "Wir können uns beileibe nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen", so die Leiterin. Vielmehr bedürfe es weiterhin großer Anstrengungen, um die Chorstärke zu erhalten und noch zu verbessern.
Bei den Neuwahlen wurde der gesamte Vorstand bestätigt: Vorsitzender bleibt Jöchner, 2. Vorsitzender Hendrik Dressel, Kassenführer Walter Fischer und Schriftführer Martin Großkreuz. Dem Vergnügungsausschuss gehören Monika und Helmut Kollarsch, Axel und Renate Dressel, Dieter Mey, Julia Günter, Josef Neudert, Marcus Schweizer, Christa und Bernd sowie Anja Fischer an. Kassenprüfer sind Christian Buck und Clemens Reising. bkn