Bei der Bezirkskonferenz der Gewerkschaft Verdi wurde der Vorsitzende des Bezirks Oberfranken-Ost, Roland Fieber, einstimmig im Amt bestätigt. Auch seine Stellvertreter Michael Kolb und Angela Schirmer erhielten das einmütige Vertrauen der Delegierten.

Landesbezirksleiterin Luise Klemens warnte vor sozialen und politischen Veränderungen in Bayern. Der Verdi-Bezirk Oberfranken-Ost habe in vier Jahren 350 Mitglieder verloren, das seien 3,54 Prozent.

Die Bundestagsabgeordnete Anette Kramme (SPD) ging auf das Aufkommen der Rechten in Europa ein. Hier müsse die Gesellschaft aufpassen. In den 20 Jahren, in denen sie hauptberuflich Politik mache, habe sie noch nie eine derartige Stimmung im Volk erlebt, so die Parlamentarische Staatssekretärin.

Eigentlich Grund zur Zufriedenheit

Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung besage, dass 85 Prozent der Menschen in Deutschland der Meinung sind, es gehe sozial ungerecht zu im Land. "Sie sagen es in einer Zeit, in der die Arbeitslosenquote so niedrig ist wie nie und in der die Menschen an sich zufrieden sein müssten." Auch die Lohnsteigerungen der letzten Jahre seien zufriedenstellend gewesen.

Die Studie besagt laut Kramme ferner, dass immer mehr Deutsche den Sozialstaat nicht mehr als einen Auffangmechanismus für Notfälle sehen, sondern als ein Umverteilungsinstrumentarium zur Herstellung sozialer Gerechtigkeit.

Und schließlich fühlten sich viele nicht sicher. "Die Menschen haben schon immer Angst gehabt vor Dingen, die ihnen unbekannt sind", sagte die Rednerin zum Thema Flüchtlinge. "Das heißt auch, dass wir politisch darauf Rücksicht nehmen müssen. Wir brauchen mehr Polizeipräsenz in den Bundesländern."

Im Geschäftsbericht des Bezirksvorstands ging Vorsitzender Roland Fieber auf die Aktivitäten der letzten vier Jahre ein. Dabei verwies er auf die Tarifrunden und die damit verbundenen Streikaktionen.

Landesbezirksleiterin Luise Klemens machte deutlich, dass Heimat und Sicherheit auch Begriffe für die Gewerkschaftler sind und diese Begriffe lasse man sich nicht von den Rechten wegnehmen. Entschieden forderte sie eine funktionierende Mietpreisbremse, einen besseren sozialen Wohnungsbau und ein Bildungsfreistellungsgesetz.

Der Revisionskommission gehören Jürgen Porstmann, Veronika Müller und Wolfgang Roth an. Zu Delegierten für die Landeskonferenz wurden Ute Friedrich, Roland Sommer und Matthias Than gewählt, zum Bundeskongress 2019 fahren Angela Schirmer und Ursula Leibinger-Hasibether. Rei.