von unserem Mitarbeiter 
Karl-Heinz Hofmann

Kronach — Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ehrte im Turnerheim Kronach treue Mitglieder: Zähle man die Treuejahre der 28 Jubilare zusammen, komme man auf über 1000 Treue-Jahre, für die man zu danken habe, sagte Wolfgang Schmitt, Vorsitzender im Ortsverein Kronach. Auch Mathias Eckardt, DGB-Regionsgeschäftsführer für Oberfranken, und Doris Stadelmeyer, die Geschäftsführerin von Verdi Oberfranken, gratulierten den Jubilaren.


Viele Höhen, viele Tiefen

Für die Jubilare sei Treue, Solidarität und ein soziales Gewissen "keine Einbahnstraße", das hätten sie mit ihrer langjährigen Gewerkschaftstreue bewiesen, sagte Schmitt in seinen Dankesworten. Der Ortsvorsitzende blickte auch auf das Auf und Ab gewerkschaftlicher Arbeit zurück: Da gab es mal "einen Boom", da war es "in", Gewerkschaftsmitglied zu sein - und es gab Zeiten, da hatte man es schwer, zu seiner Überzeugung zu stehen.
Es gab sicher in den Höhen und Tiefen der Vergangenheit auch Momente großer Enttäuschung über das, was man nicht erreichen konnte, aber letztlich sollten die Jubilare und ihre Gewerkschaft mit Stolz auf das blicken, was erreicht wurde. "Ihr habt euch nie beirren lassen und deshalb könnt ihr stolz auf das bis heute Erreichte sein und ihr könnt sagen, es hat sich gelohnt, sich mit Nachdruck für die Arbeitnehmerinteressen in der Gewerkschaft geschlossen und mit ganzer Kraft der Gemeinsamkeit eingesetzt zu haben", so Schmitt zu den Jubilaren.


Klare Kante gegen Rechte

Festrednerin Doris Stadelmeyer forderte zu Solidarität mit den Flüchtlingen auf. Das Wort "Solidarität" sei für die Gewerkschaftsbewegung immer schon nicht nur ein Wort, sondern ein hoher Wert gewesen. "Wir sind nun gefordert, Solidarität mit den Flüchtlingen zu zeigen" - sei es durch Spenden oder durch ehrenamtliches Engagement bei der Betreuung oder aber auch dadurch, den Rechten entgegenzutreten: Wer mit Hetze und Fremdenhass agiere, verdiene nur Verachtung, hob Stadelmeyer hervor.
Sie erinnerte daran, dass zur Bankenrettung 290 Milliarden Euro allein in Deutschland zur Verfügung stünden, für die Flüchtlinge habe die Bundesregierung dagegen gerade mal sechs Milliarden Euro für nächstes Jahr angesetzt. Wenn man da von einer finanziellen Überforderung spreche, sei dies geradezu lächerlich. In Deutschland sei es "kälter geworden": Sie nannte die Tarifauseinandersetzungen bei der Post, die Diskussion um die Dokumentationspflicht beim Mindestlohn.
Eine große Herausforderung der Zukunft seien "unsägliche Werkverträge und Leiharbeit". Hier müsse Verdi weiter Druck machen, damit die Politik handele und wirksame Regelungen gegen den Missbrauch schaffe.
Auch die Freihandelsabkommen TTIP und CETA würden den Gewerkschaften Sorge bereiten, so Stadelmeyer, da die USA weder gesetzliche Bestimmungen zur Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Krankengeldzahlung noch einen gesetzlichen Mutterschutz kennen würden. Sie kündigte eine Gegendemo am 10. Oktober in Berlin an. Ab Kronach-Kaulanger fahre um 7.30 Uhr ein Bus, anmelden könne man sich im DGB-Büro in Bamberg unter der Nummer 0951/2080066 oder per E-Mail an christine.buettner@dgb.de.