Zum Erfolg wurde eine gemeinschaftliche Umweltaktion des Landschaftspflegeverbandes: Gemeinsam mit der Abschlussklasse der Fachrichtung Werken der Realschule Bad Staffelstein wurde an fünf Nachmittagen auf der Maininsel Unterbrunn ein Ziegenunterstand errichtet.

Insgesamt ist dies schon der dritte Ziegenunterstand, der für das BNN-Projekt "Weidelandschaft Obermain" mit Projektleiter Gerhard Hübner gebaut wurde, aber der erste in Kooperation mit der Viktor-von-Scheffe-Realschule. Organisiert wurde die Gemeinschaftsaktion von der Gebietsbetreuerin Rebekka Mayer, denn der Ort - die Maininsel bei Unterbrunn - liegt im Vogelschutzgebiet und somit in ihrem Arbeitsfeld, was die Arbeit für Natura-2000-Gebiete betrifft. In Annette Hohl fand sie eine aufgeschlossene Lehrerin, die sich und ihre Schüler sofort für das Projekt begeisterte und bei der Umsetzung selbst kräftig mit zulangte.

Doch gleich zu Beginn erteilte die Natur den Akteuren eine Lektion: Pünktlich zum geplanten Baubeginn trat der Main über die Ufer, so dass die Maininsel nicht zu erreichen war. Der verschobene Baubeginn fiel nun in die Prüfungszeit der Schüler. Doch trotz Prüfungsstress zeigten die Schüler volles Engagement, und so fanden sich immer einige Freiwillige, um an vier Nachmittagen nach dem Unterricht in der Freizeit den Grundstock mit Fundamentausrichtung und Rahmenbau zu setzen. Schließlich rückte die Truppe dann sogar in Vollbesetzung an und so konnte das Werk vollendet werden.

Man merkte den Schülern gleich an, dass sie handwerkliches Geschick aus dem Schulunterricht mitbrachten, was die Arbeiten flott von der Hand gehen ließ. So musste lediglich der Materialaufwand über das BNN-Projekt gestemmt werden.

Die Einrichtung eines festen Unterstands war erforderlich, weil im vergangenen Jahr von Rinder- auf Ziegenbeweidung umgestellt werden musste. Da Ziegen witterungsempfindlicher sind als Rinder, brauchen sie einen Rückzugsort, an welchen sie sich bei Regenperioden unterstellen können. Dabei reicht das Laubdach von Bäumen im Frühjahr und Herbst hierfür nicht aus. Ein Provisorium des vergangenen Jahres, errichtet aus Fanggatter-Zaunelementen, die mit Planen abgedeckt waren, war von Stürmen zerfetzt worden.

Dank der Schüler gibt es nun etwas Festes und Dauerhaftes und die Ziegen konnten Einzug halten, um ihre Landschaftspflegearbeit - den Fraß am Gehölzaufwuchs - zu vollziehen.

Integriert in das Bauwerk wurden zwei Spalten-Fledermausquartiere aus überschüssigen Brettern. Die Wände des Unterstands eignen sich außerdem zum Anbringen von weiteren Artenhilfsmaßnahmen wie weiteren Nisthilfen für Wildbiene und Co., was sukzessive geschehen wird.

So kann aus einer funktionalen Baumaßnahme noch ein Beitrag zum Artenschutz und zur Förderung der Biodiversität getätigt werden. red