Ehrenamtliche Lesecoaches fördern Kinder mit Leseschwächen, verbessern deren Wortschatz, deren Lesekompetenz und Textverständnis. Das ist die Idee eines neuen Projektes, das zwischen der Wallburg-Realschule und der Johann-Baptist-Graser-Grundschule in Eltmann ins Leben gerufen wurde. Schüler der Realschule kommen einmal die Woche in die Grundschule und coachen Mädchen und Buben aus der Grundschule beim Lesen.

Die Idee für die Lesecoaches kommt von der Grundschule, konkret aus der Zusammenarbeit mit Kindern, die keinen deutschsprachigen Hintergrund haben. Ihnen sollte vor allem geholfen werden.

In der Wallburg-Realschule gibt es seit Jahren in den letzten Wochen eines jeden Schuljahres für die Abschlussklassen ein soziales Projekt. Aus den Reihen der Schüler kam die Idee, ob man nicht ein solches Projekt auf das ganze Schuljahr ausdehnen könnte.

Auf diese Weise entstand das Konzept, dass Realschüler aus den Klassen 10b und 10c jeden Montagnachmittag in die Ganztagesklasse der Grundschule kommen und dort mit den Schülern lesen. Wie man schon in den ersten Stunden sehen konnte, macht dies sowohl den Erstklässlern als auch den Realschülern Spaß - und der Lernerfolg dürfte nicht ausbleiben.

Die Rektorin der Grundschule, Jutta Aumüller, ist überzeugt davon, "dass diese Arbeit für die Ganztagesschüler positive Lerneffekte nach sich zieht". Sie unterstrich dies mit der Aussage eines Schülers, der zu ihr sagte: "Danke, dass du mir einen Realschüler gegeben hast. Jetzt habe ich alles kapiert." Den Schülern gefalle auch, dass man ihnen Zeit und ungeteilte Aufmerksamkeit schenke.

Auch die Direktorin Manuela Küfner von der Wallburg-Realschule traf die Feststellung, dass es allen ihren Schülern Spaß mache. Die Jugendlichen erlebten das Lesen in der Schule intensiv und in Ruhe. Ihre Schüler werden sich nun jeden Montag jeweils von 14 bis 15 Uhr bis Ostern in diesem Projekt engagieren. Danach müssen sie sich auf die Prüfung für ihren Abschluss vorbereiten.

Realschülerin Lina Wiegert bestätigte, dass die Grundschüler sich immer freuen, wenn man zum Lesen komme. Aber auch ihr selbst und den anderen Realschülern bereite es Spaß, sich für eine gute Sache zu engagieren.

Joana Wansch ist ebenfalls mit Freude bei dem sozialen Projekt dabei, "weil wir damit Kindern helfen können und wollen." Lesen und Sprache stehen bei ihr im Vordergrund, denn beruflich möchte sie in den Bereich der Fremdsprachen gehen.

Philipp Tropper findet das Projekt gut. Der Zehntklässler erinnert sich: "Wir haben so etwas auch schon als Schüler in unserer Grundschule erlebt, wo öfters einmal größere Schüler erschienen und uns Kleineren geholfen haben."

Zu dem Projekt brauchen beide Schulen genügend interessante Lesetexte und Bücher. Da fanden sie glücklicherweise mit den Wirtschaftsjunioren Haßberge einen Partner, der gerne bereit war, sich zu engagieren und für notwendiges Lesematerial zu sorgen. WJ-Kreissprecher Thomas Borst überreichte der Grundschule einen ganzen Stoß Bücher aus der Sachbuchserie "Was ist was?" und außerdem eine Auswahl von Büchern mit kleinen Geschichten. gg