Frauen sind in Gefahrsituationen oft körperlich unterlegen und werden leicht in die Opferrolle gedrängt. Sie werden zu Opfern von physischer, aber auch vermehrt psychischer Gewalt. Daher hat die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Kronach, Lisa Gratzke, zu einem fünfstündigen Selbstverteidigungsseminar, in Theorie und Praxis für Frauen und Mädchen ab 14 Jahre in die Zweifachturnhalle am Schulzentrum eingeladen.

Als Kursleiterin konnte sie erneut die zertifizierte Karatelehrerin Elke Kuhnlein und deren Mann Ralf Kuhnlein ebenfalls Karatelehrer gewinnen. Die beiden betreiben in Steinwiesen ihr eigenes Karate-Dojo.

Das Duo hat im Jahr 2017 durch die positiven Rückmeldungen der Teilnehmerinnen so überzeugt, dass für die Gleichstellungsbeauftragte klar war, im Jahr 2019 zu einer Neuauflage dieses Seminars einzuladen. Die Gebühren sowie eine kleine Stärkung für die Teilnehmerinnen wurden dabei von der Gleichstellungsstelle übernommen. Im Rahmen dieses Kurses lernten 12 Teilnehmerinnen im Alter zwischen 14 und 46 Jahren zunächst, ihre persönlichen Grenzen besser kennen. Das Wort "Kampf" bildete den roten Faden des Kurses. Elke Kuhnlein erläuterte "jeder Buchstabe im Wort Kampf hat eine Bedeutung: K steht für Kenntnisse erwerben, A für Analysieren inkl. Anwenden, M für das Meiden unguter Situationen (Örtlichkeiten/Tageszeiten/Veranstaltungen/Personen), P für nicht in Panik geraten und F für die Führung übernehmen".

Durch die Stärkung des Selbstbewusstseins, Rollenspiele, Wahrnehmungs-, Gleichgewichts- und Reaktionsübungen wurden die Teilnehmerinnen geschult, bei Grenzüberschreitungen sich frühzeitig für sich selbst stark zu machen. Selbstsichere Frauen, die genau wissen "Ich kann und darf mich wehren" und dass nur sie über ihren eigenen Körper zu bestimmen haben, sind keine leichten Opfer.

Trotz - oder gerade wegen - der schweißtreibenden Übungen waren die Teilnehmerinnen an diesem Samstagnachmittag von den einfachen und zugleich effektiven Selbstverteidigungstechniken begeistert. red