Zur Berichterstattung über den autofreien Sonntag wird uns geschrieben: Auf den 6. autofreien Sonntag im Weißmaintal zwischen Kauerndorf und Trebgast am 5. Mai habe ich mich gefreut. Eine herrliche Route und eine schöne Aktion, wie ich aus Erfahrung berichten kann.

Als Maßnahme für den Klimaschutz wird dieser Tag beworben. Kann man hier wirklich von Klimaschutz sprechen? Denn die Frage ist doch: Wieso braucht es überhaupt einen autofreien Tag?

Damit Radfahrer sowie Fußgänger überhaupt die Gelegenheit bekommen, durch dieses wunderschöne Tal fahren oder laufen zu können. Denn an den anderen 364 Tagen im Jahr ist eine Fahrradtour entlang dieser Strecke kaum oder zumindest nur unter Risikobereitschaft und schon gar nicht als Familie mit kleinen Kindern möglich. Fahrradwege - leider Fehlanzeige! Von Kauerndorf bis zum Badesee nach Trebgast gibt es keine sichere Möglichkeit, mit dem Fahrrad zu fahren. Aus den Orten zwischen Trebgast und Kauerndorf ist man besser beraten - umweltverpestend - mit dem Auto zu fahren! Zu viel Aufwand, zu kompliziert und daher nach Jahrzehnten immer noch kein Radweg in Sicht.

Doch ist eine Umsetzung unter Verwendung vorhandener Waldwege so unrealistisch? Muss ein Radweg immer komplett asphaltiert sein? Zumindest an mancher Stelle wäre mit einer Fußgängerbrücke das Problem doch fast gelöst. Schade, dass die Diskussion um eine mögliche Radstrecke durchs Weißmaintal so verkompliziert wird, dass sich nichts tut.

So werden Familien mit Kindern wohl doch eher das Auto nutzen, um nach Kulmbach oder an den Badesee zu kommen. Klimaschutz sieht anders aus. Auch der Erhalt unserer gesunden Landluft wäre wünschenswert - und der Ausbau der Radwege könnte einen wesentlichen Beitrag dazu leisten. Zudem sollte der Kreis doch Interesse an einem verbesserten Radwegnetz haben, schaut man sich unseren Platz 310 von 311 im "Fahrradklima-Test" des ADFC an. Madeleine Ludwig

Ködnitz