Angst, Opfer einer Straftat zu werden, muss man in Baiersdorf nicht haben. Das ist das Fazit aus dem Bericht von Polizeihauptkommissar Armin Dierl, dem Leiter der Polizeiinspektion Erlangen-Land. Die PI mit Sitz in Uttenreuth ist für gut 57 000 Bewohner des Landkreises Erlangen-Höchstadt zuständig, für den östlichen Teil und die Orte nördlich von Erlangen.
Die Kriminalitätsrate in Baiersdorf liegt allenfalls bei einem Drittel der von Nürnberg. Zwei Erscheinungen sind aber beachtenswert. Zum einen stiegen die Vermögensschäden durch Straftaten aus dem Feld der Betrugsdelikte gewaltig an, gleich ob die Taten real im Ort verübt wurden oder von Tätern über das Internet.


Schwerpunkt: Bahnhof

Zum anderen wurde der Baiersdorfer Bahnhof zu einem Tatschwerpunkt. 36 Fahrräder wurden dort im vergangenen Jahr entwendet. Dierl hat die Taten aufschlüsseln lassen. Es gab in den kalten Monaten November bis Februar keine Diebstähle. Die meisten geballt passierten in den Sommermonaten. Und: die Diebstähle geschahen alle am helllichten Tag, die meisten in den Vormittagsstunden, keiner in tiefer Nacht. Das ist aber auch die Zeit, in der die meisten Räder am Bahnhof abgestellt sind, von Schülern, die von dort mit der Bahn weiterfahren, von Pendlern zum Arbeitsplatz.
Die Fahrradständer in Baiersdorf sind auf dem Gelände der Bahn in einer Ecke seitlich der Unterführung eingerichtet. Da sie nicht im unmittelbaren Blickfeld von Passanten und Bahnkunden liegen, ist es einfach, mal schnell einen Seitenschneider aus der Tasche zu ziehen, um ein durchschnittliches Drahtschloss zu zerschneiden. Selbst das Geräusch einer Flex, die man für die starken Panzerketten bräuchte, wäre im Baustellenlärm untergegangen.
Eine Videoüberwachung zur Abschreckung und auch zur Identifikation von Tätern ist verhältnismäßig aufwendig. Als "Hausherr" ist in Baiersdorf die Bahn dafür zuständig, die sich bislang nicht dafür erwärmen konnte. Da in diesem Jahr bislang nur ein Fahrraddiebstahl bekannt wurde, wollen Polizei und Stadt noch abwarten, bevor sie mit der Anregung einer Videoüberwachung nochmals bei der Bahn vorsprechen.