Pfarrer Christian Rosenzweig hat eine ernste E-Mail an den Kirchenvorstand Bad Rodach geschrieben. Er will eine Aktion anstoßen, die am Wochenende stattfinden soll und bei der sich jeder einfinden kann, dem positives Bürgerengagement wichtig ist. Deswegen geht diese Meldung über die Presse auch an die Öffentlichkeit. "Wie viele von euch sicherlich mitbekommen haben, sind in den letzten Tagen rechtsradikale, braune Sprüche mit Anspielung auf den Nationalsozialismus an Wände, auf Straßen etc. und auch im Wallgraben gesprayt worden", schreibt Pfarrer Rosenzweig. Und weiter meint er: "Nun haben wir derzeit nicht nur unsere Friedensdekade, sondern am Sonntag auch den Volkstrauertag, der insbesondere in Erinnerung an die Schrecken der Kriege zum Frieden mahnt. Nachdem nun leider auch die Kirche(n) in der Vergangenheit - besonders auch in der Zeit des Nationalsozialismus - in breiter Mehrheit und zu lange im Angesicht der Verbrechen und Gräueltaten geschwiegen hat, möchte ich nun gerne aktiv werden." In Rücksprache unter anderem auch mit dem Netzwerk "Wir sind bunt - Coburg Stadt und Land" sowie Sebastian Stamm von der Demokratiepartnerschaft Coburg Land habe er für Sonntag, 18. November, um 14.30 Uhr eine Aktion im Wallgraben geplant: "Wir putzen den Dreck von unseren Wänden und entfernen die Parolen gemeinsam von der historischen Stadtmauer (Wallgraben)." Eimer, Putzmittel, aber auch Banner oder Plakate werden Rosenzweig zufolge vom Bündnis besorgt und auch bezahlt. Rosenzweig wünscht sich von der Öffentlichkeit: "Bitte teilt diese Nachricht auch mit anderen." Bei Fragen könne man ihn am besten auf dem Handy unter 0171/3339229 erreichen.

Die Täter haben in der Nacht auf Sonntag in der Bad Rodacher Innenstadt zahlreiche politisch motivierte Schriftzüge und Aufkleber angebracht. Es entstand ein Schaden von über 1000 Euro. red