Michael Busch Heinz Matthäus ist tot. Der Vater des Herzogenauracher Fußballers Lothar Matthäus ist am vergangenen Mittwoch im Alter von 88 Jahren gestorben. Geboren wurde er am 29. November 1930.

Auch wenn er sich lebenslang eher immer im Hintergrund aufgehalten hat, zumindest in Herzogenaurach war er ebenso bekannt wie sein Sohn. Nicht unter seinem eigentlichen Geburtsnamen "Karl", sondern als "Heinz" war und ist er bekannt. Nach dem Krieg ist er nach Herzogenaurach gekommen. In Höfen fand der Flüchtling seine Aufnahme und schnell Anschluss, da er ein Organisationstalent war. "Der Heinz hat auch in Tuchenbach Zucker organisiert - eine wertvolle Rarität damals - und die ersten Stallhasen nach Hause gebracht", so erzählte sein Wegbegleiter Werner Bedner bei einer Rückschau auf diese bewegten Tage nach dem Krieg in einer historischen Geschichte im Fränkischen Tag.

Kickende Jungs

Im Laufe der Zeit startete Heinz Matthäus seine Arbeit bei dem Sportartikelhersteller Puma. Die Familie wohnte neben der Firmenzentrale an der Würzburger Straße. Begleiter erinnern sich, dass die beiden Söhne Wolfgang und Lothar dort immer kicken durften. Das ging wohl nicht immer ohne Schäden ab. Die Brüder erzählten gegenüber der Presse: "Der Ball flog oft in Dreckpfützen und prallte dann gegen die gelbe Hauswand. Irgendwann war die von Abdrücken übersät." Manchmal musste der Vater heimlich eine Scheibe austauschen, wenn ein Schuss missglückte. "Puma und der Name Matthäus - das gehört in Herzogenaurach zusammen", sagte Lothar Matthäus, als er einst dort in der Zentrale zu Besuch war. Als Hausmeister war der Senior nicht nur den Mitarbeitern des Unternehmens bekannt.

Der Vater spielte ebenfalls Fußball, bis zur ersten Reserve des 1. FC Herzogenaurach hatte er es geschafft. Diese Leidenschaft gab er an seine Söhne weiter. Er war deren Held, wenn er in den Jugendjahren der Jungs einen "echten Lederball" mit nach Hause brachte.

Beerdigung am Dienstag

Heinz hinterlässt seine Frau Katharina Matthäus, mit der er 65 Jahre verheiratet war. Es trauern die beiden Söhne Wolfgang (61) und Lothar (58).

Die Beerdigung findet am Dienstag, 13. August, auf dem alten Friedhof in Herzogenaurach statt. Von Beileidsbekundungen bittet die Familie Abstand zu nehmen, ein Kondolenzbuch liegt aus.