Eckehard Kiesewetter

Ebern —  Zu den eindrucksvollsten Gotteshäusern in Ebern gehört die Marienkapelle, deren 500. Jubiläum die katholische Kirchengemeinde in diesem Jahr feiern kann. Am Samstag, 23. Juni, findet um 17 Uhr ein großer Festgottesdienst in der schmucken Kapelle am Friedhof statt, die sonst in der Regel nur noch zu Beerdigungen für die Öffentlichkeit zugänglich ist.
Eigentlich hatten viele Eberner insgeheim gehofft, die zeitliche Nähe der Amtseinführung des neuen Bischofs Franz Jung und des Jubiläums in Ebern könnte der Stadt einen Überraschungsbesuch bescheren.
Doch so ein Pontifex steigt nicht mal nebenher in der Peripherie ab. Solch eine Visite will von langer Hand geplant sein.


"Ganz am Rande"

Der FT hat, kurz vor dem Jubiläum, dennoch mal beim bischöflichen Ordinariat in Würzburg nachgefragt, da der Bischof vergangenes Wochenende zu einem Antrittsbesuch in Schweinfurt weilte und dort von Oberbürgermeister Sebastian Remelé "im östlichsten, schönsten und fränkischsten Teil" des Bistums Würzburg begrüßt wurde.
Kein Wunder, dass dies in Ebern, also nochmals rund 70 Kilometer weiter östlich, mit etwas gemischten Gefühlen aufgenommen worden ist. Ist der Oberhirte auch für die Schäfchen "ganz am Rande" seines neuen Bistums zur Stelle?
Die Antwort von Bernhard Schweßinger, Leiter des Bereichs Medien der Diözese Würzburg, ließ nicht lange auf sich warten: "Der Empfang in Schweinfurt galt der gesamten Region Schweinfurt und Haßberge, so wie Bischof Franz am kommenden Sonntag nach Aschaffenburg kommt und dort die Katholiken aus der gesamten Region Untermain eingeladen sind. Ähnliches ist für die gesamte Region Rhön im September am Kreuzberg geplant", teilt der Pressesprecher mit.


Besuch im Herbst?

Ab Herbst 2018 werde Bischof Franz dann alle Dekanate besuchen und auch ins Dekanat Haßberge kommen. Laut Schweßinger werden die Termine derzeit geplant. "Der Bischof", schreibt er, "freut sich auf die Besuche vor Ort und ist selbstverständlich für alle Katholiken im Bistum zur Stelle."
Doch Pater Rudolf Theiler, der Stadtpfarrer von Ebern, hat ein weiteres "Ass" im Ärmel. Auch Generalvikar Thomas Keßler, früherer Chef der Pfarreiengemeinschaft Baunach, Lauter, Mürsbach und Gereuth und einst stellvertretender Dekan in Ebern, steht auf der Gästeliste. Ob er allerdings tatsächlich kommt, weiß man im Pfarramt St. Laurentius nicht. Der vor Wochen angekündigte Anruf aus Würzburg steht noch aus.
Fest zugesagt hat der ehemalige Würzburger Diözesanbaumeister, Domkapitular Jürgen Lenssen, der beim Festgottesdienst predigen wird.
Nach der Messe führt eine Kirchenparade durch die Bahnhofs- und Kapellenstraße über den Marktplatz zur Rathaushalle. Dort wird Historikerin Elvira Fischenich aus Ebern als Festrednerin Wissenswertes über die Geschichte der Kapelle und ihre Kunstschätze ansprechen (der FT hat berichtet).
Grußworte wollen der Landrat Wilhelm Schneider, Bürgermeister Jürgen Hennemann und Pfarrer Bernd Grosser, als evangelischer Amtsbruder Theilers in Ebern und Stellvertreter des Dekans in Rügheim, beisteuern. Für die musikalische Umrahmung sorgt der Jugendchor St. Laurentius.
Pfarrer Theiler ist jetzt schon gespannt darauf, mit welchen Repräsentanten des Bistums er anschließend beim gemütlichen Beisammensein auf die nächsten 500 Jahre Marienkapelle in Ebern anstoßen kann.