Meine Mutter hat mich erst am Wochenende wieder darauf hingewiesen, dass ich noch unbedingt für das Volksbegehren unterschreiben muss. Es gehe ja um meine Zukunft und um die meiner Kinder. Ja, aber reinen Gewissens kann ich das nicht und werde es deshalb nicht tun. Landwirte stehen wieder einmal am Pranger, genau genommen steht aber jeder Einzelne von uns dort und muss sich über sein Konsumverhalten und wie er lebt Gedanken machen. Auch ich muss mit mir selbst hart ins Gericht gehen. Denn bei mir landet oft genug Abgepacktes wie Wurst und Fleisch im Einkaufswagen. Und ich bin mir darüber bewusst, dass das nicht positiv für die Umwelt ist, wie so viele weitere alltägliche Handlungen. Wenn ich nur Fleisch, Milch und Gemüse vom Hofladen kaufen, oder versuchen würde, so wenig Plastik wie möglich zu produzieren, dann könnte ich das Volksbegehren unterschreiben, wobei dann noch immer die Falschen bestraft werden würden. Nicht nur Landwirte, die bereits durch Blühwiesen einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten, müssen aktiv werden. Auch Konzerne müssen meiner Meinung nach mehr für die Umwelt tun, gerade hinsichtlich des Verpackungsmülls. Da ich zunächst ordentlich vor meiner eigenen Haustür kehren und mein Verhalten ändern muss, wäre meine Unterschrift Heuchelei und nur eine billige Masche, um mein Gewissen zu beruhigen. t.schiffl@infranken.de