Heftige Diskussionen gab es in der vergangenen Sitzung des Marktgemeinderates Pretzfeld bei der Beschlussfassung über einzelne Feststellungen aus der Rollenden Sitzung vom 27. Juni. Hier waren Mitglieder des Marktgemeinderates durch die Ortschaften gefahren und hatten Handlungsempfehlungen besprochen.
Beispielsweise war in der letzten Bürgerversammlung der Antrag gestellt worden, dass die Außenfassade des Glockenhauses in Poppendorf saniert werden soll. Das Gremium beschloss, dass die Marktgemeinde die erforderlichen Materialkosten übernehmen will, wenn die Dorfgemeinschaft sich bereiterklärt, die Arbeiten auszuführen. Danach beschlossen die Räte, das "Waaghäusla" abzubrechen und die Waage bei Interesse dem Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim zu überlassen.


Entscheidung über Vermietung

In Hetzelsdorf war aufgefallen, dass der Feuerwehrverein das Haus ohne Kenntnis des Marktes Pretzfeld als Eigentümer vermietet hatte. Einige Räte fragten sich, warum sie beschließen sollen, dass dies geklärt werden muss. "Das hätte die Verwaltung doch mit dem Verein vorher klären können", meinte Gerhard Mühlhäußer (CSU/BB). Da Gemeinderat Heinrich Wölfel (WGO) auch Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Hetzelsdorf ist. Dieser wiederum wollte abwarten, was sich in der Sitzung ergibt und machte darauf aufmerksam, dass die Situation 30 Jahre lang geduldet worden war. Nach längerer Diskussion stellte der zweite Bürgermeister Walther Metzner (WPA) den Antrag, dass abgestimmt werden solle. Dieser Antrag wurde angenommen und danach in einem zweiten Antrag beschlossen, dass die Situation von der Verwaltung geprüft und dem Marktgemeinderat zur weiteren Entscheidung vorgelegt werden soll.


Kein Platz für Häcksler?

Danach sollten die Räte beschließen, dass ein Häcksler nicht im Alten Feuerwehrhaus in Oberzaunsbach untergebracht werden soll, da dort die Gerätschaften des Bauhofs stehen. "Ich bin geschockt über diesen Beschlussvorschlag", schimpfte Renate Hofmann (WIR) und berichtete, dass die Dorfgemeinschaft das Haus selbst gebaut habe. Jetzt gebe es nicht einmal Platz für einen gemeinsamen Häcksler. Dritter Bürgermeister Gerhard Kraft (FW) fand es schade, dass "ein weiterer Krieg angezettelt wird", in einer Gemeinde, in der schon einiges schiefgelaufen ist. Der Antrag wurde angenommen. Der Häcksler darf untergestellt werden.


Bereitstellung von Geldern

Außerdem sprachen sich die Räte dagegen aus, in Wannbach und Lützelsdorf die Dorfbrunnen auf Kreislaufführung mit Nichttrinkwasser umzustellen. Für Wannbach werden zudem Mittel im Haushalt für Maßnahmen der Oberflächenentwässerung und Pflasterung des Dorfplatzes für das Jahr 2018 eingestellt; das gilt auch für die Sanierungsmaßnahmen des Feuerwehrhauses. Für die Grünpflege soll es eine Anerkennung aus dem persönlichen Verfügungsrahmen von Bürgermeisterin Rose Stark (SPD/Ökol.) geben; ebenso für die Bürger, die das Holzhäuschen an der Bushaltestelle streichen werden. Die Materialkosten übernimmt die Gemeinde.


Fehler aus Vergangenheit

Dem Marktgemeinderat soll für den Friedhof Pretzfeld eine Alternative für "Baumbestattungen" vorgestellt werden. Das Gremium diskutierte die Änderung der Beschilderung am Mühlweg von "Gemeinsamer Fuß- und Radweg" in "Fußweg". Es war aufgefallen, dass der Weg gar nicht gewidmet ist. Die Verwaltung hatte sich mit einem Anwalt beraten, der den Kompromissvorschlag der Anlieger für gut befindet: Der Weg soll ein Fußweg werden und die Anlieger könnten den Grund erwerben. Einige der Räte wunderten sich, dass sie Fläche verkaufen sollten, damit es einen Fußweg gibt. Walther Metzner wies darauf hin, dass Fehler aus der Vergangenheit in Ordnung gebracht werden müssten. Nach einer Diskussion beschlossen die Räte, dass der Weg als Fußweg gewidmet werden soll. Für einen Teil der Fläche beschloss das Gremium die Möglichkeit eines Kaufs für 75 Euro pro Quadratmeter. Die Möglichkeit, den zweiten Teil der Fläche zu kaufen, lehnten sie ab.