Das Ehepaar Gertrud und Gotthart Preiser feierte am Mittwoch in Haßfurt die diamantene Hochzeit. Glückwünsche übermittelten unter anderem der stellvertretende Landrat Michael Ziegler und Haßfurts Bürgermeister Günther Werner.


Beim Theater kennengelernt

Beim Laienspiel "Ali Baba und die 40 Räuber", das damals von der evangelischen Jugend initiiert worden ist, lernten sich die Preisers in jungen Jahren kennen und lieben. Nach einer zweijährigen Verlobungszeit traten sie am 2. August 1958 vor den Traualtar, die standesamtliche Trauung erfolgte einen Tag zuvor. Im Familienkreis wird das Jubelpaar das Fest in einigen Wochen in Altenstein ganz groß feiern.
Gotthart Preiser ist am 22. August 1931 in Görlitz geboren und hat dort seine Kindheit verbracht. Nach der Flucht im April 1945 und einem halben Jahr in einem Massenlager in einer Scheune eines Gutshofes in der Oberpfalz wuchs er in der Nachkriegszeit ab Oktober 1945 mit seiner Familie als Flüchtling in Eschenau, dem heutigen Gemeindeteil von Knetzgau, auf. Von dort ist er täglich mit dem Fahrrad zur Schule nach Haßfurt gefahren, wo er im Jahr 1952 sein Abitur erlangte. Als sein Vater im Jahr 1953 die Stelle als Pfarrer in Haßfurt besetzte, lebte Gotthart im Haßfurter Pfarrhaus.


Vielfältiges Aufgabengebiet

Nach dem Studium und der Hochzeit trat Gotthart Preiser als damaliger Vikar im Jahr 1958 seine erste Pfarrstelle in Tröstau im Fichtelgebirge an. Dem Ehepaar wurden dort die drei Kinder - Martin, Elke und Birgit - geboren. Durch die Mitarbeit in der evangelischen Volkshochschule Alexandersbad wurde Pfarrer Preiser landeskirchlich bekannt. Nach 13 Jahren kirchlicher Tätigkeit in Tröstau wurde ihm die Leitung des Amtes für Gemeindedienst in Nürnberg übertragen. Das Aufgabengebiet war sehr vielseitig und erstreckte sich von der Ausbildung der Laienprediger bis hin zur Camping- und Zirkusseelsorge. Die nächste Station war die Ausbildung von Pfarrern und Pfarrerinnen, die er als Rektor im Predigerseminar in Neuendettelsau wahrnahm, wodurch ein erneuter Umzug für das Ehepaar anstand.


Regionalbischof von Regensburg

1988 wurde Gotthart Preiser zum Regionalbischof von Regensburg für die Oberpfalz und Niederbayern berufen. Das Aufgabengebiet umfasste ein Drittel Bayerns und lag hauptsächlich in der evangelischen Diaspora. Während der Zeit in Regensburg verlieh der damalige Staatsminister Hans Zehetmeier dem Oberkirchenrat Preiser im August 1994 das Bundesverdienstkreuz.
Nach seiner Ruhestandsversetzung im Jahr 1996 leitete Preiser den Verband evangelischer Posaunenchöre, mit 18 000 Bläsern in 900 Chören. Zudem war er viele Jahre lang Mitglied des Präsidiums des Deutschen Evangelischen Kirchentages.
Gertrud Preiser, geborene Wohlleben, ist am 30. August 1935 in Haßfurt geboren und im Elternhaus am Vogelsgraben aufgewachsen. Durch den Kriegseinsatz ihres Vaters, Polizeiobermeister Adolf Wohlleben, folgten mehrere wechselnde Wohnsitzaufenthalte in Osteuropa. Nach dem Kriegsende und der Schulzeit war die Jubilarin als Verkäuferin in Haßfurt angestellt.
Das Ehepaar Preiser, inzwischen Urgroßeltern, verbringt seinen Ruhestand im Elternhaus der Ehefrau in Haßfurt und zeigt großes ehrenamtliches Engagement. Gottfried Preiser hält Gottesdienste und übernimmt andere kirchliche Tätigkeiten wie Lesepredigten. Außerdem verfasst er das Wort zum Sonntag in dieser Zeitung und ist Mitglied im Kuratorium der Musikakademie Hammelburg.
Gertrud Preiser engagiert sich im Seniorenbeirat, im Gartenbauverein und bei den Naturkundlern. Muse holt sich das Jubelpaar im ansehnlichen Garten, wobei die Arbeit zweigeteilt ist: Während die Jubilarin die vielen Rosenstöcke und die zahlreichen anderen Blumen pflegt, zeigt sich der Jubilar für die Obstbäume, Beerensträucher und Weinstöcke zuständig.