In seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause hat der Gemeinderat den Entwurf zur Änderung des Flächennutzungsplanes im Zusammenhang mit dem "Sondergebiet Photovoltaik" gebilligt sowie einen Bebauungsplan zum neuen Wohngebiet "Am Mühlweiher II" beschlossen.
Kai Kutzner von der Planungsgruppe Strunz (Bamberg) stellte dem Gemeinderat die Einwendungen gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan "Sondergebiet Photovoltaik" an der Bahnlinie Erlangen-Forchheim vor. Insgesamt hatten einige Privatpersonen und zwanzig Institutionen wie beispielsweise das Landratsamt Forchheim, das Staatliche Bauamt Bamberg, das Wasserwirtschaftsamt Kronach, das Amt für Landwirtschaft und Forsten, der Bund Naturschutz sowie die Nachbargemeinden Baiersdorf, Kersbach-Forchheim und Langensendelbach Änderungen der Entwürfe verlangt. Die Planungsgruppe Strunz prüfte die Einwände und arbeitete sie in Zusammenarbeit mit dem zukünftigen Betreiber der Photovoltaik-Anlage in den Entwurf ein.


Keine Blendwirkung

So wurde etwa das Argument der Blendwirkung der Module überprüft und durch ein Gutachten widerlegt oder dank einer speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung nachgewiesen, dass das Habitat des Dunklen Wiesenknopfameisenbläulings nicht geschädigt wird. Auch die Höhe der vorgesehenen Aufständerung der Module wurde verändert - die maximale Modulhöhe beträgt nun 3,70 Meter -, damit eine eventuelle Überflutung der Anlage folgenlos bleibt. Nachdem der Gemeinderat alle Veränderungen des ursprünglichen Entwurfs durchgesprochen und gebilligt hatte, beschloss er einstimmig, den Flächennutzungsplan zu ändern und den Bebauungsplan abzusegnen.
Hans-Jürgen Sauer vom Ingenieurbüro Sauer und Harrer (Strullendorf) stellte den Bebauungsplan "Am Mühlweiher II" vor. Das Gebiet war bisher als Mischgebiet ausgewiesen. Der Gemeinderat beschloss nun, dass es in Zukunft als Wohngebiet ausgewiesen werden soll, das sich an das Wohngebiet "Am Mühlweiher" anlehnt. Auf diese Weise können die örtlichen Bauvorschriften reduziert werden; den zukünftigen Bauherren wird so eine individuellere Baugestaltung ermöglicht.
Im an der Kreisstraße nach Effeltrich gelegenen vorderen Teil des neuen Baugebietes werden vier Doppelhäuser auf Grundstücken zwischen ca. 300 und 330 Quadratmetern entstehen; dahinter sind vier Einzel- oder Doppelhäuser auf 533 Quadratmetern großen Grundstücken geplant.
Problematisch ist die Einfahrtsituation. Um das Abbiegen von der Kreisstraße nach links zu ermöglichen, müsste die Straßenfläche beidseitig um insgesamt 2,75 Meter erweitert werden. Wenn man diese kostspielige Lösung vermeiden will, muss das kurze Straßenstück zwischen der Kreisstraße und der bereits bestehenden Mühlweiherstraße als Einbahnstraße ausgewiesen werden.


Schule soll fröhlicher wirken

Zwischen den Häusern in der hinteren Reihe und dem Kreuzbach muss eine langgezogene Mulde als Hochwasserretentionsbecken geschaffen werden. Sie kann normalerweise als Wiesenfläche bewirtschaftet werden. Die Durchführung dieses Projektteiles bedarf wiederum der Zustimmung der Träger öffentlicher Belange.
Dann beschloss der Gemeinderat einstimmig, die Westfassade der Schule hin zum Pausenhof sanieren zu lassen. Hier soll das gleiche, vom Architekturbüro Siewertsen (Baiersdorf) ausgearbeitete Farbkonzept zur Anwendung kommen wie bei der Südfassade: Orange würde als Leitfarbe an verschiedenen Stellen wiederauftauchen, und die Eingangsfront würde durch farblich gestaltete Zwischenbalken fröhlicher wirken. Diese Malerarbeiten sollen in den Sommerferien stattfinden. Die Firma Langfritz (Effeltrich) bietet sie für etwa 1000 Euro brutto an.
Schließlich musste sich der Gemeinderat noch mit den Einwendungen der Träger öffentlicher Belange zum ISEK-Endbericht befassen. Dieses vom Planungsbüro Holl (Würzburg) ausgearbeitete Konzept zur städtebaulichen Entwicklung von Effeltrich und Poxdorf war Ende März vom Gemeinderat akzeptiert worden. Danach war es insgesamt 16 Institutionen zur Prüfung vorgelegt worden. Das Büro Holl hatte alle Einwände analysiert und die Hinweise in den Endbericht einfließen lassen, soweit sie vernünftig und stichhaltig waren. Der leicht veränderte Konzepttext wurde von den Räten gebilligt.