von unserem Mitarbeiter 
Gerhard Deutschmann

Coburg — Der Sängerkreis Coburg im Fränkischen Sängerbund lud ein zu einem kurzweiligen Chorkonzert im Saal des "Schwarzen Bären" in Beiersdorf, das einen recht guten Zuspruch erlebte. Zu Gast waren das einheimische rein weibliche Vokalensemble Coburg unter Stefanie Berg sowie das aus Mitgliedern des Maulbronner Kammerchors entstandene Männerquartett "QuartSext" mit dem aus dem Coburger Raum stammenden Pianisten Thomas Meyer. Beide Gruppen überzeugten durch beeindruckende Leistungen und erhielten reichen Beifall.
Zu Beginn bot das Vokalensemble Coburg einen bunten Strauß aus Gospel, Musical, Pop und Rock in gewohnt schwungvoller Manier, wobei die frischen jungen Stimmen homogenen Klang und saubere Intonation zeigten. Stefanie Berg war nicht nur die ausdrucksvoll mit großer dynamischer Bandbreite gestaltende Leiterin, sondern auch eine vorzügliche, stimmstarke Solistin und launige Moderatorin.

Ein Herz für Tarzan

Swingend und locker erklang "Mr. Postman", gefolgt von "Dir gehört mein Herz" aus dem Musical "Tarzan". Eine gefühlvolle Ballade "Halleluja" war ebenso vertreten wie Nummern der "Sportfreunde Stiller", aus dem Film "Glee", von Bon Jovi und Madonna, bevor der Gospel "Glory to his name" den krönenden Abschluss bot.
"Tierisch, tragisch, literarisch" ging es sodann bei dem Vokalensemble "QuartSext" weiter, das den Hauptteil des Abends gestaltete. Es präsentierte gemeinsam mit dem Schauspieler und Sprecher Tom Keymer eine Zusammenstellung von gelesenen und vertonten tierisch-tragischen Gedichten von Christian Morgenstern, Joachim Ringelnatz und Heinz Erhardt.
Die Kompositionen reichten vom Solo über Duette bis zum traditionellen vierstimmigen a-cappella-Satz, wobei die Werke recht unterschiedlicher Qualität waren. Etwas bekanntere Tonschöpfer waren lediglich Detlef Wolter und Hans Chemin-Petit, von denen vier der insgesamt zwanzig Vertonungen stammten.

Tierische Freuden

Die Protagonisten dieses "Literarischen Liederabends" waren Mathias Michel, Rolf Most (Tenöre), Matthias Leeflang (Bariton) und Frieder Weckermann (Bass), am Klavier der technisch souveräne und einfühlsame Thomas Meyer. Alle vier Sänger zeigten hohe stimmliche Qualitäten und Einfühlungsgabe in die unterschiedlichen Kompositionen, oft gepaart mit gekonnten schauspielerischen Gesten. So gab es von dem "Hecht als Vegetarier" bis zum kleinen Reh "Im Park" ein vergnügliches Kaleidoskop tierischer Freuden und Leiden.
Ein abschließender Clou war die stumme Darbietung mit Dirigent (Thomas Meyer) von "Fisches Nachtgesang" (Morgenstern). Dass "QuartSext" auch für andere Musikstile befähigt ist, bewies man nach dem offiziellen Programm mit vier gekonnt und schwungvoll dargebotenen Gospels, bei denen sich Thomas Meyer als begabter Sänger erwies und so das Quartett zum Quintett erweiterte.