Zum Bericht "Stillstand auf der Wiesent" vom 30. Mai: Kaum ist die Fränkische Schweiz aus ihrem Winterschlaf erwacht, kommt der Bund Naturschutz und behauptet, die Kajakfahrer sind die Übeltäter für negative Entwicklungen der Fauna und Flora. Auf welchen fundierten Untersuchungen fußen derartige Aussagen?

Na klar, die Kajakfahrer der einheimischen Kajakverleiher sind es. Die einheimischen Kajakanbieter werden sogar des "illegalen Bootsverleihs" bezichtigt, die Gäste-Kanufahrer als per se unfähige Paddler und unmögliche Menschen hingestellt. Das sind schon heftige Unterstellungen. Dabei verließen sich die einheimischen Verleiher lediglich auf eine behördliche Genehmigung. Und diese wurde immerhin 2018 beschieden und sollte bis 2020 Gültigkeit haben.

Wenn man seine Geschäftsgrundlage nicht mehr nach dem Erlass einer Behörde richten kann, ja wie soll man da vernünftig planen und Arbeitsplätze im ländlichen Raum sichern? Weshalb versucht man, mit viel Populismus den einheimischen Kajakverleihern, die seit Jahren alle Einschränkungen vorbildlich umsetzen, das Leben schwerzumachen?

Speziell beim gewerblichen Kajakverleih wurde zwischen dem Naturschutz und dem Tourismus ein Kompromiss gefunden. Es werden lediglich 28 der rund 250 Kilometer des Gewässersystems der Fränkischen Schweiz mit Booten befahren. Die Anzahl der Boote ist kontingentiert und es darf nur von 1. Mai bis 30. September und auch nur in der Zeit von 9 bis 17 Uhr gefahren werden.

Zudem weisen die Verleiher jeden Kunden explizit auf den Naturschutz hin und kontrollieren die Einhaltung dieser Vorschriften durch regelmäßige Kontrollfahrten entlang der Wiesent. Wie ich finde, eine gute Lösung. Denn die Fränkische Schweiz ist auf Gäste angewiesen, will man die Arbeitsplätze der Einheimischen in Tourismus, Gastronomie und Hotellerie bewahren.

So ist es mir völlig unverständlich, dass jede Privatperson weiter paddeln darf, ja sogar jeder Anbieter, der sein Gewerbe nicht entlang der Wiesent hat, darf Kajaks auf der Wiesent vermieten - und an der gesperrten Stelle einsetzen.

Hier scheint es eher um Rechthaberei als um Naturschutz zu gehen, denn das genannte Szenario scheint den zu schützenden Eisvogel dann wohl nicht zu stören. Ist ja klar, sind ja nicht die Kajakfahrer der einheimischen Anbieter. Peter Hanf

Eckental