Im Deutschen Kameramuseum in Plech (Kreis Bayreuth) steht am Sonntag, 8. April, 11 Uhr, eine Vernissage an. Aus Anlass des Jubiläums "70 Jahre Polaroid" zeigt das Museum 70 Originalfotos, die mit der Polaroid-Spiegelreflexkamera SX-70 von zwei Fotografen unterschiedlichen Temperaments und unterschiedlicher Bildersprache aufgenommen wurden: Museumsleiter Kurt Tauber, 40 Jahre Pressefotograf und seit 1970 Polaroid-Verwender, und Jens Horst Werlein, Werbefotograf und Hochschullehrer, öffnen ihre Archive.
Obwohl beide denselben Apparate-Typ verwendet haben, fallen die Ergebnisse sehr unterschiedlich aus: Tauber setzte das Sofortbildmedium anfänglich rein beruflich ein, um die Zeiten zwischen Fotoereignis und Redaktionsschluss um eine Stunde zu verkürzen. Jens Horst Werlein (58) aus Schwäbisch Gmünd schuf sich mit Polaroid künstlerische Freiräume als Ausgleich zum streng geregelten und geplanten Alltag als Werbefotograf.
Kurt Tauber (66) aus Plech, über 40 Jahre Text- und Bildjournalist in Ingolstadt, Hilpoltstein, Beilngries, Bayreuth und Pegnitz, benutzte seine SX-70 wie Werlein dann hauptsächlich privat. Die Sofortbildkamera Polaroid SX-70 ist eine zusammenklappbare Spiegelreflexkamera für farbige Sofortbilder, die sich innerhalb weniger Minuten selbst entwickelten. Die Kamera kam 1972 auf den Markt und wurde etwa zehn Jahre lang produziert. red