Die Marktgemeinde bietet offensichtlich mehr als einen Platz an der Sonne: Heiß begehrt sind die raren Baugrundstücke auf der Dachterrasse des Landkreises im Ortsteil Friesen und noch immer nachgefragt sind Freiflächen für Photovoltaikanlagen am Rand des Regnitztals. Sonnigen Gemüts gab denn auch der Marktgemeinderat in seiner letzten Sitzung sein Plazet zu drei Bebauungsplänen, die diesen Anforderungen Rechnung tragen. Ein paar Gegenstimmen, die dabei zu verzeichnen waren, sind da wohl nur als flüchtige Schatten einzustufen.
Jahrzehnte nach dem Erwerb des ehemaligen Vogtgeländes in Friesen aus dem Besitz eines in Schräglage geratenen Unternehmens biegt die Verwertung der Millionen werten Immobilie auf die Zielgerade: Nach teils heftigen Auseinandersetzungen mit Angrenzern und in Abstimmung mit der Dorfgemeinschaft befindet sich nun der Entwurf eines Bebauungsplanes im Anhörungsverfahren, der wie kaum einer zuvor Bauchschmerzen hervorgerufen hat. Inzwischen deutlich abgespeckt, lässt die geplante Bebauung noch viel Natur übrig, Flächen, die sogar der Naherholung zugeführt werden könnten.


Und was ist mit dem Lärm?

Nicht ganz befriedigend gelöst ist der Immissionsschutz der künftigen Bewohner gegenüber einem landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieb am Rand des Baugebiets. In der Hofstelle findet zwar keine Viehhaltung mehr statt. Der Bauer ist aber mit seinem Fuhrpark stark in den Winterdienst auf den Straßen der Umgebung engagiert, was gerade in der kalten Jahreszeit Fahrzeugbewegungen zu nächtlicher Stunde bedeutet. Ein weiterer Betriebszweck ist die Bergung und Silierung von Gras und Mais mit entsprechenden bäuerlichen Geräten. Auf dem landwirtschaftlichen Grundstück wird auch noch eine Werkstatt betrieben.
Der vom Stadtplaner Frieder Müller-Maatsch, Burghaslach, gefertigte Bebauungsplan-Entwurf deutet Lösungen der daraus entstehenden Problematik nur an.
Aus dem Umstand, dass der Unternehmer selbst zwei Baugrundstücke in das Baugebiet einbringt, wird geschlossen, dass er sich der Auswirkungen der Besiedlung auf seinen Betrieb bewusst ist. Lärm- und Blendschutzmaßnahmen sind jedenfalls unverzichtbar und eventuell muss die südliche Ausfahrt aus dem Grundstück über kurz oder lang aufgegeben werden. Das Weitere muss das neuerliche Anhörungsverfahren für den überarbeiteten Entwurf ergeben.
Mit 16:5 wurde die Einleitung eines Bebauungsplans "Solarpark Friesen" plus der dafür nötigen Änderung des Flächennutzungsplans gebilligt. Die in Bad Staffelstein ansässige IBC Solar AG will im Flurbereich "Wasserstuben" (neben dem neuen Hochbehälter) auf einer Fläche von zehn Hektar eine 8,5-Megawatt-Photovoltaikanlage errichten. Sie soll jährlich um die neun Millionen Kilowattstunden Strom liefern, genug für 2200 Haushalte. Die dafür nötigen landwirtschaftlichen Grundstücke werden für 30 Jahre aus der Agrarproduktion genommen, allerdings nach heutigen Bestimmungen des Natur- und Umweltschutzes genutzt und gestaltet. So soll unter dem Zaun ein 30 Zentimeter hoher Durchgang für Kleinlebewesen offen bleiben. Über finanzielle Beteiligung der Bürger im Interesse der
regionalen Wertschöpfung wird noch verhandelt.
Eine weitere Photovoltaik-Freiflächenanlage wird im Bereich "Rankenwiesen" auf einem drei Hektar großen Grundstück parallel zur Autobahn entstehen. Auch dafür wurde vom Marktgemeinderat mit 18:3 ein Bauleitverfahren zugelassen. Antragsteller sind Leo und Daniel Göller aus Hirschaid sowie Stefan Kulisch aus Trunstadt.
Der Nutzung von Gewerbebrachen dient ein Bebauungsplan für das ehemalige Weigl-Gelände an der Nürnberger Straße. Hier will ein privater Investor Wohngebäude errichten. Der Marktgemeinderat bewilligte die Einleitung der Planung und des Verfahrens.