Um auch weiterhin ihren Wald nachhaltig zu bewirtschaften, hat die Waldkörperschaft Rannungen ein neues Forstbetriebsgutachten erstellen lassen. Seit Juni 2017 ermittelte der Forstsachverständige Bernd Trunk Vorrat und Zuwachs in den Waldabteilungen und leitete daraus mit der Betriebsleitung und -ausführung von der Forstbetriebsgemeinschaft Fränkische Rhön und Grabfeld w.V. ein Konzept für die Waldbewirtschaftung über die kommenden 20 Jahre ab.
Ein großes Lob erhielt der Vorstand für die Pflegemaßnahmen in der Jungbestandspflege, wo letztendlich die Weichen für die Zukunft gestellt werden. Mit großem Erstaunen wurde dagegen das Ergebnis der Vorratserhebung aufgenommen: Seit 1997 ist der Holzvorrat auf den rund 280 Hektar um knapp 20 000 Festmeter gestiegen. Laut Trunk sind davon maximal zehn Prozent durch veränderte Messverfahren erklärbar, der Großteil ergibt sich aus nicht genutztem Zuwachs.
Damit ist die Waldkörperschaft weit weg von Raubbau am eigenen Wald. Ganz im Gegenteil wurde der Hiebssatz für die nächsten Jahre sogar moderat erhöht. "Ab einem gewissen Zeitpunkt werden dicke Bäume nicht mehr wertvoller, die Spardose der Vorfahren verfault dann auf dem Stock", so Trunk. Die große Herausforderung wird sein, den hohen Eichenanteil auch für die folgenden Generationen nachzuziehen.
Ute Kerschbaum von der Forstbetriebsgemeinschaft bezeichnete die Forstbetriebsgutachten als "wichtige Richtschnur der Nachhaltigkeit". Im Wald könne man nicht jedes Jahr was anderes machen, da die Bäume 80 bis 250 Jahre bis zur Ernte wachsen und der Wald viele Funktionen von Boden-, Wasserschutz über Naturschutz bis zur Erholung erfüllen muss. Daher sei eine 20-jährige Planung durch externe Gutachter in etwa vergleichbar mit der Inventur in großen Unternehmen. Hubert Türich vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten lobte das große Engagement der altrechtlichen Waldkörperschaften, die alle miteinander eher das Fortbestehen der Wälder zum Nutzen aller als den eigenen Profit in den Vordergrund stellten. Auch kleinere Waldkörperschaften im Altlandkreis Münnerstadt wie Fridritt, Burghausen, Seubrigshausen und Hofbauern lassen ein Forstbetriebsgutachten erstellen, um ihre Wälder nachhaltig zu nutzen. red