Streitberg — Auch wenn die Wehrpflicht seit einigen Jahren ausgesetzt ist und der "Nachwuchs" für die Krieger- und Soldatenkameradschaft Streitberg und Umgebung ausbleibt: Der Verein erfreut sich nach wie vor eines guten Zusammenhalts.
Die nun 52 Mitglieder - unter den drei Verstorbenen des vergangenen Jahres war auch der höchste Dienstgrad des Vereins, Oberstleutnant Paul Bickelmann (89) - bilden eine tragfähige Basis für ein aktives und geordnetes Vereinsleben, auf das Vorsitzender Heinrich Kutzberger bei der Jahresversammlung im Gasthof Sponsel in Oberfellendorf zurückblickte.
Ein besonderer Ausdruck des guten Vereinsklimas waren die Ehrungen treuer Mitglieder. So gehört Ferdinand Distler seit 70 Jahren dem Verein an, gerechnet vom Beginn seiner Militärdienstzeit. Dem Senior des Vereins werden Urkunde und Ehrennadel nachgereicht. Eine Besonderheit gab es bei den "50-jährigen" Hans Bauer und Mathias Pircher: Der gebürtige Südtiroler Matthias Pircher leistete seinen Wehrdienst nicht in der deutschen, sondern in der italienischen Armee ab.

Als 16-Jähriger nach Streitberg

Anno 1963 war er als 16-Jähriger nach Streitberg gekommen und ein Jahr später bereits dem Verein beigetreten. Urlauber aus der Fränkischen Schweiz hatten den Spross einer kinderreichen Hoteliers-Familie aus dem Passeier mit an die Wiesent gebracht, wo er in der Adlerbrennerei bei Fritz Schütz den Beruf des Destillateurs erlernte. Heute hat er längst nicht nur Wurzeln geschlagen, sondern führt die "Höhlenklause" in eigener Regie weiter. Damals aber, 1967, erinnerte sich die italienische Armee des verlorenen Sohnes und holte ihn zu den Gebirgsjägern des Landes, den "Alpini". Nach der Grundausbildung in der Nähe von Turin diente der "Artilliere" Mathias Pircher bei der Gebirgsartillerie in Sterzing und die Übungen am Jaufen und anderen Tiroler Steilhängen sind ihm in lebhafter Erinnerung geblieben: "Der Schnee lag so hoch, dass selbst die Mulis nicht mehr weiterkamen und freigeschaufelt werden mussten." Da war auch die elitäre Feder am Hut nicht immer ein Trost.

40 Jahre Treue

Für 40 Jahre Treue zum Verein wurde Thomas Herbst ausgezeichnet, für zehn Jahre Rene Ruß. Ein Dank des Vorsitzenden galt Zweitem Bürgermeister Gerhard Kraus und Pfarrerin Werner für die Ausgestaltung der Feier zum Volkstrauertag am Krieger-Ehrenmal. Die Ebermannstadter Reservisten stellten dafür eine Ehrenwache.
Schießwart Roland Knauer berichtete von einer regen Beteiligung am Freundschaftsschießen bei den Engelhardsberger Adlerstein-Schützen. Unter den 20 Teilnehmern war auch der Patenverein Hetzelsdorf stark vertreten.

Die Königswürde

Die vereinsinterne Königswürde errang der ehemalige Gauschützenkönig Wolfgang Windisch. Gemeinsam mit den Reservisten wurde in der Bundeswehr-Kaserne in Pfreimd geschossen. Schriftführer Alfons Ruß gab einen Rückblick über das Geschehen des letzten Vereinsjahres.
"25 Jahre sind genug", meinte der langjährige Vereinskassier Walter Schäfer und gab nicht nur eine solide Finanzlage, sondern auch seinen Rücktritt bekannt. Bei der Vorstandswahl in einem Jahr wird er nicht mehr zur Verfügung stehen. Rene Ruß erklärte sich bereit, diese Funktion zu übernehmen. Einstimmig wurde von den Mitgliedern eine Anhebung des jährlichen Mitgliedsbeitrages von bisher zehn auf 15 Euro beschlossen. hwp