Martin Schweiger Dreimal hat ein 52-jähriger Altenpfleger aus dem Landkreis Haßberge einen 52-jährigen Pflegebedürftigen aus dem Steigerwald im vergangenen Jahr bestohlen und dabei 390 Euro erbeutet. Dafür verurteilte ihn das Amtsgericht Haßfurt zu einer Geldstrafe in Höhe von 120 Tagessätzen zu 40 Euro (4800 Euro).

Der Angeklagte pflegte sein Opfer bereits seit mehreren Jahren. Zwischen Mai und August des vergangenen Jahres griff er in den Geldbeutel des Pflegebedürftigen, während er den 52-Jährigen in dessen Wohnung versorgte.

Auf der Anklagebank räumte der Angeklagte, der ohne Anwalt erschienen war, die Vorwürfe ein. "Ich bereue es. Ich weiß nicht, welcher Teufel mich geritten hat. Ich war knapp bei Kasse", gestand er kleinlaut vor Gericht.

50 Euro habe er zurückgezahlt. Seine Arbeitsstelle hat er durch seine Tat verloren, da ihm seine Arbeitgeberin fristlos kündigte. Mittlerweile hat er eine neue Arbeitsstelle in Oberbayern gefunden.

Der geschädigte Pflegebedürftige gab im Zeugenstand an, er habe das Geld vom ehemaligen Arbeitgeber des Diebes zurückerhalten. Die Ex-Arbeitgeberin des Angeklagten sagte vor Gericht, dass der Geschädigte sie angerufen habe, dass immer wieder Geld nach dem Besuch von Pflegepersonal gefehlt habe. Drei Mitarbeiter seien damals verdächtigt worden. Als wieder Geld fehlte, nachdem der Angeklagte bei dem Geschädigten im Einsatz war, habe sie ihn zur Rede gestellt, worauf er die Diebstähle zugab. Der Angeklagte habe Alkoholprobleme gehabt. Bei anderen Klienten habe nie Geld gefehlt, erinnerte sie sich.

Es handelte sich um das erste Mal, dass der Angeklagte in seinen 52 Lebensjahren straffällig wurde, was ihm der Staatsanwalt auch zugutehielt. Dennoch liege ein "besonders schwerer Fall des Diebstahls" vor, da der Angeklagte die Hilfsbedürftigkeit seines Opfers schamlos ausgenutzt habe. Nachdem er den Rollstuhlfahrer beim Waschen auf den Rücken gelegt habe, habe er die Situation ausgenutzt, um sich am Geldbeutel des 52-Jährigen zu bedienen und das hilflose Opfer zu beklauen. Zudem habe er das über Jahre aufgebaute Vertrauensverhältnis missbraucht. 390 Euro seien "ein Haufen Geld" für den Empfänger einer Berufsunfähigkeitsrente, redete er dem Angeklagten ins Gewissen und forderte eine Geldstrafe von 6000 Euro, die die Richterin Ilona Conver aufgrund der Einkommensverhältnisse des Angeklagten nach unten korrigierte.

"Ich bedanke mich"

Auch sie verurteilte das skrupellose Vorgehen des Verteilten, hielt ihm aber seine glaubhafte Reue zugute. "Ich bedanke mich", lautete das letzte Wort des Angeklagten, der das Urteil annahm und zuvor auf einen eigenen Antrag verzichtet hatte.