Theresa schiffl Einen Angehörigen zu pflegen ist eine Herausforderung: Waschen, Arztbesuche, Krankenhausaufenthalte, der Haushalt und der oftmals immer schlechter werdende Gesundheitszustand kosten Partner und Familie viel Kraft. Dennoch gibt es viel Hilfe wie Pflegekurse, Gesprächsgruppen oder Kuren. Außerdem ermöglichen Besuchsdienste wie zum Beispiel die Pflegebegleiter des Sozialverbandes VdK Erholung vom Pflegealltag.

Besuchsdienst für Entlastung

"Das ist eine Abwechslung für die Betroffenen und eine Entlastung für die Familie", erklärt Dieter Werthmann, Vorsitzender des VdK-Ortsverbandes Lichtenfels. Die Weiterbildung für Pflegebegleiter werde einmal im Jahr angeboten. "Aktuell haben wir schon fünf Anmeldungen. Ab zehn findet der Kurs statt", so Dieter Werthmann.

Eine der Pflegebegleiterinnen ist Elke Rauh. Sie hat Erfahrungen als Krankenschwester und als pflegende Angehörige gemacht. Mit der Rente wollte sie sich dann ehrenamtlich engagieren. "Ich besuche einen Mann, der eine schwere Behinderung hat. In den zwei Stunden gehen wir bei schönem Wetter spazieren oder spielen Schafkopf", sagt sie und lächelt. Mit der Zeit entwickle sich eine Freundschaft und ein Vertrauensverhältnis mit den Pflegebedürftigen. "Er freut sich schon immer sehr auf mich, hat mir seine Frau erzählt." Kürzlich habe er auch "Ich mog die fei" gesagt.

Entspannung für Angehörige

Seine Frau habe dann Zeit für sich, kann in Ruhe einkaufen gehen, und an manchen Tagen macht sie beim Kartenspielen mit. "Ich kann mir die Zeit flexibel einteilen, wenn sie beispielsweise einmal zu einem Arzttermin muss." Seit fünf Jahren ist sie ehrenamtlich als Pflegebegleiterin unterwegs, und es macht ihr noch immer viel Spaß. Es komme viel Dankbarkeit zurück, sagt Elke Rauh. Seitens der Gemeinden und der Bevölkerung gebe es ebenfalls viel Anerkennung für ihre Arbeit.

"Aktuell gibt es fünf Begleiterinnen in Redwitz und eine Ebensfeld", sagt Dieter Werthmann. Vor sechs Jahren begann der Ortsverband die Weiterbildung anzubieten. Für den Kurs ist aus Versicherungsgründen eine Mitgliedschaft beim VdK notwendig. Ihr Einsatz ist für Pflegebedürftige und Angehörige kostenlos, und die anfallenden Reisekosten übernimmt der Kreisverband. Wichtig sei noch, dass die Pflegebegleiter keine Pflegekräfte, Haushalts- oder Einkaufshilfen und kein Fahrdienst sind. Sie sollen den Angehörigen in erster Linie ermöglichen, in den zwei Stunden aufzuatmen und sich zu entspannen. Einmal pro Monat findet außerdem ein Treffen für einen gemeinsamen Austausch statt. "Die Leute sollen so lange wie möglich daheim wohnen", so Dieter Werthmann.