Bayern ist das einzige Bundesland, in dem es immer noch keine Arbeitnehmervertreter im Verwaltungsrat der Sparkassen gibt. Alle 66 Vorsitzenden der Personalräte der bayerischen Sparkassen fordern nun geschlossen mit ihrer Unterschrift die bayerische Staatsregierung auf, das Sparkassengesetz und das Landesbankgesetz endlich zu modernisieren.
Die 66 Unterschriften wurden kürzlich Ministerpräsident Seehofer vom Personalratsvorsitzenden der Sparkasse Bamberg und Vorsitzenden der Verdi- Fachgruppe Sparkassen, Udo Rebhann, übergeben. Ministerpräsident Seehofer erklärte sich bereit, das Anliegen zu prüfen. "Die Einbeziehung von Arbeitnehmervertretern in den Verwaltungsrat bringt ein höheres Maß an Fach- und Sachkompetenz in die Diskussion um die strategische und planerische Ausrichtung einer jeden Sparkasse", erklärte Klaus Grünewald von Verdi Bayern. Der Gewerkschaft liegt viel am Erhalt des "Drei-Säulen-Systems" im Bankenbereich. Hierbei spielten die Sparkassen eine herausragende Rolle, so Grünewald.
Man erlebe derzeit im Bankenbereich eine fulminante Entwicklung: Niedrigzinsphase, Regulatorik, Fusionen, Veränderung des Kundenverhaltens, neue Konkurrenz, Digitalisierung seien die Stichworte einer sich schnell verändernden Branche. "Dabei findet der Rat von erfahrenen Sparkassenangestellten in aller Regel keinen oder nur geringen Eingang in die Arbeit der Verwaltungsräte", kritisierte Grünewald. Verfassungsrechtlich steht einer Beteiligung der Arbeitnehmerseite im Verwaltungsrat nichts entgegen. red