Jährlich gibt die Gemeinde Wonfurt für die Entsorgung des Klärschlamms 20 000 Euro aus - mit steigender Tendenz. Daher wird sich Bürgermeister Holger Baunacher mit dem Gemeinderat überlegen, welche Alternativen es zur Klärschlammverbrennung gibt. In der Sitzung des Bauausschusses stellte Baunacher die Funktionsweise einer vollautomatischen, solaren Trocknungsanlage vor.
Laut Bürgermeister zielt das Umweltbundesamt darauf, den Klärschlamm nicht mehr auf die Böden streuen lassen, sondern lieber Verbrennungskapazitäten auszubauen oder aus dem Klärschlamm Phosphor zu gewinnen. Der Gemeinderat Wonfurt sollte sich Kläranlagen ansehen und über das Thema diskutieren. Eine Möglichkeit ist die solar-thermische Trocknung.


Klärschlamm im Trockenbeet

Eine Art Gewächshaus steht dabei über einem Trockenbeet mit dem vorentwässerten Klärschlamm. Eine solche Anlage betreibt Stettfeld seit 2014. Mehrmals am Tag wühlt sich das vollautomatische System mit einem keilförmigen Räumschild durch den Schlamm und fördert die Verdunstung.


Wertvolle Rohstoffe

Das Klarwasser fließt an die Kläranlage zurück, aus dem getrockneten Klärschlamm werden Pellets zum Heizen. "Klärschlamm wird so zu einem wertvollen Rohstoff, den wir verwerten können", sagte Baunacher. Ob es möglich ist, dass sich mehrere Gemeinden eine solche Anlage "teilen", wusste er noch nicht. Problematisch ist da die Menge des Wassers aus dem Klärschlamm, das eine Kläranlage alleine nicht aufnehmen kann. Wie der Bürgermeister weiter mitteilte, ist die Sanierung des ehemaligen Sitzungssaals im Rathaus angestoßen. Der Saal soll Linoleumboden mit Akustikdämmung bekommen, und zwar in den nächsten vier Wochen.
Vor der Sitzung im Rathaus besuchte der Ausschuss das neue Baugebiet "Bodenfeld" in Wonfurt. Hier schießen die Häuser wie Pilze aus der Erde. ul